40 junge Eichen nicht zu retten
Braunes Laub an den jungen Eichenstämmen am Höntruper Weg. Von 120 frisch gesetzten Eichen sind 40 abgestorben. Nach der Ursache wird geforscht. Die Allee soll aufgeforstet werden.

Die zuständigen Mitarbeiter der Kreisverwaltung haben Bodenproben bei der LUFA (Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt Nordrhein-Westfalen) in Münster zur Untersuchung eingereicht. Das Ergebnis erwarten sie in den nächsten 14 Tagen.

Untersucht wird der Boden aus dem Bereich der Eichen auf Verticillium (Pilzerkrankungen). Verticillium infiziert die Pflanze über die Wurzel. Von dort wächst der Pilz in den Leitungsbahnen aufwärts und behindert so die regelmäßige Wasserversorgung der Pflanze. Anschließend wird von den Verantwortlichen das weitere Vorgehen festgelegt. Laut Pressesprecher Wilhelm Müschenborn sind auf jeden Fall Nachpflanzungen geplant, damit der Allee-Charakter der Kreisstraße beibehalten wird.

Das Baumsterben an der Kreisstraße 16 geht weiter. Im vorigen Jahr musste der Kreis Soest feststellen, dass rund 70 Eschen von einem exotischen Pilz befallen sind. Die Bäume mussten gefällt werden. 120 junge Eichen wurden vom Baubetriebshof des Kreises nachgepflanzt. Doch viele von ihnen haben braun gefärbte Blätter. 40 sind nach neuer Bestandsaufnahme nicht mehr zu retten.

Ein Blick zurück: Bei dem Erreger, der die Eschen erkranken und absterben ließ, handelt es sich um eine Nebenfrucht des „Falschen Weißen Stängelbecherchens“. Es ist dafür verantwortlich , dass die jungen Triebe der Eschen vertrocknen und absterben. Wegen der Gefahr, dass aus dem Kronenbereich der befallenen alten Eschen dicke Äste auf die Straße stürzen könnten, veranlasste der Kreis, dass die Bäume gefällt werden.

Im Dezember 2016 rollte dann die Kolonne nach Herzfeld und beseitigte die kranken Bäume. Da der ausgeprägte historische Allee-Charakter jedoch erhalten bleiben sollte, wurden 120 neue Eichen zu einem Preis zwischen 60 und 70 Euro pro Stück gepflanzt, und zwar mit hohem Aufwand. Die relativ großen Stämme wurden aufwändig mit je drei Haltepfählen umstellt und angebunden.

Während der langen Trockenheitsperiode im Juni 2017 beobachteten die Anlieger dann jedoch, wie sich das Laub an immer mehr Bäumen braun färbte. Zunächst wurden Befall mit dem Eichensplintkäfer, die Rotpustelkrankheit und die Trockenheit für das Baumsterben verantwortlich gemacht. Daher wurden die Bäume gegen die Schädlinge mit entsprechenden Bekämpfungsmitteln geschützt. Jetzt wird mit Spannung erwartet, ob der Boden an der Straße tatsächlich mit Pilzsporen durchzogen und das Verticillium die Ursache für den Eichentod sein könnte.

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