Holzwurmbekämpfung in der Mühle
Überdimensionale Heizung: Mit dicken Schläuchen wird Sändkers Mühle auf 70 Grad aufgeheizt. Das Innere der Holzbalken muss mindestens für eine Stunde 55 Grad warm werden.

Die Renovierungsarbeiten zur Holzwurmbekämpfung in Sändkers Mühle laufen. Aufgrund der dicken 1,50 Meter starken Mauern war eine komplette Verpackung der Mühle nicht erforderlich. Die renommierte Fachfirma „Innovative Restaurierungs-Technik“ aus Lippstadt kümmert sich seit 25 Jahren um befallene Hölzer in Freilichtmuseen, Mühlen, Kirchen, aber auch privaten Fachwerkhäusern.

Die Behandlung besteht aus einem thermisch geregelten ökologischen Warmluftverfahren. Dabei wird durch einen Mehrstufenbrenner Wärme erzeugt und über Rohrleitungssysteme und Schläuche in allen Stockwerken des runden Mühlenbaus in die Luft geblasen. Der Mühlenanbau ist vom Befall nicht betroffen. Durch eine getrennte Rauchgasführung gelangen Rußpartikel und Kohlenmonoxid nicht in die Mühle. Mit zwei Gebläsen werden die Arbeiten rund sieben Tage andauern. Die Wärme wird erst langsam hochgefahren um Schäden durch schnelle Austrocknung am Holz zu vermeiden. Bei einer Endtemperatur von 70 Grad in der Mühle wird eine Kerntemperatur im Inneren der dicken Eichenbalken von 55 Grad erreicht. Damit wird durch die Eiweiß-Gerinnung eine Abtötung aller tierischen Schadinsekten in jedem Entwicklungsstadium erreicht. Eine Stunde wird dann diese Temperatur gehalten.

Zur Kontrolle der Wärmeentwicklung wurden 16 Kernfühler auf allen Etagen in die Balken gebohrt. Die Messwerte werden alle drei Stunden kontrolliert und protokolliert. Bei dem dicksten Eichenbalken, der zwei Tonnen schweren Flügelwelle in der Kappe der Mühle, stieg die Innentemperatur des Holzes, nach sechs Stunden Beheizung am ersten Tag, nur um zwei Grad.

Bauleiter Hubert Herbert begleitet die Maßnahme in einem Wohnmobil an der Mühle und kontrolliert und protokolliert auch nachts die Temperaturwerte. Nach dieser Maßnahme wird noch der Fußboden im ersten Geschoss mit dem Trauzimmer ausgebessert und erneuert. Es beteiligen sich an den Kosten die Bezirksregierung in Arnsberg, die Gemeinde Lippetal und auch der Förderverein der Sändkers Mühle.

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