Startschuss fällt für Breitbandausbau
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Die Firma Telnet, eine Tochter des Versorgers Innogy (früher RWE), startet in der kommenden Woche mit dem Breitbandausbau in Lippetal.
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Spätestens im kommenden Frühjahr sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Eine Baufirma aus Gelsenkirchen soll möglichst viele der Leitungen im Bohrspülverfahren unter die Erde bringen. Ziel ist es, mit möglichst wenig Baggerstellen auszukommen. Im Endausbau werden 120 Megabit zur Verfügung stehen. Allerdings verlegt die Telnet im ersten Schritt ihre Glasfaserkabel nur im öffentlichen Raum bis zur Kabelverzweigung zum privaten Grundstück. Wer einen Hausanschluss mit Kupferkabel-Technik besitzt, kann zunächst nicht die ganze Leistungsfähigkeit der Glasfasertechnik nutzen und muss Einbußen im Upload hinnehmen.

Wie ein späterer Komplettglaserfaseranschluss ermöglicht werden soll, ist noch unklar. „Für die Realisierung dieses letzten Schrittes – ohne das Anrichten von größeren Flurschäden – fehlt mir im Moment noch die Fantasie“, räumt Innogy-Kommunalbetreuer Uwe Varlemann ein. Neubaugebiete werden dagegen von Anfang an komplett mit moderner Technik versorgt. Varlemann betont, dass die Telnet den Ausbau auf eigene Rechnung, ohne Fördermittel und ohne Vorvermarktung, durchführt. Die Kunden können später aus fünf verschiedenen Anbietern wählen. Denn auf der Datenautobahn „fahren“ dürfen auch andere Unternehmen, die die Leitungen mieten können. Sprich: Die Kunden sind nicht an Telekom oder Innogy gebunden.

Um die Versorgung von entlegenen Gebieten wie einem Teilbereich Herzfelds und in Richtung A2 kümmert sich der Kreis Soest mit einem Bundes-Förderprogramm. Überschneidungen mit den Telnet-Aktivitäten gibt es nicht. „Damit ist Lippetal nahezu flächendeckend abgedeckt“, sagt der Breitbandbeauftragte des Kreises, Christoph Hellmann. Einige weit abgelegene Hoflagen werden allerdings weiße Flecken auf der Breitbandkarte bleiben. Kurzfristig muss man sich dort mit Mobilfunklösungen behelfen. Längerfristig könnten in privatwirtschaftlichem Engagement verlegte Leitungen bis zum nächsten größeren Datenstrang eine Lösung sein. Im Münsterland sind schon Kabel mit einem Spezialpflug in Äckern verlegt worden. „Ein ähnliches Pilotprojekt kann ich mir auch für Lippetal vorstellen“, erklärt Christoph Hellmann. Die Beauftragung einer Profi-Firma für abgelegene Bereiche sei dagegen wenig attraktiv. „Der Meter kostet dann insgesamt rund 70 Euro. Da hört der Spaß schnell auf.“ Selbstverständlich auch beim wilden Pflügen ohne Ziel und Genehmigung.

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