Störche bringen Nachwuchs in Rekordzahl
Vor allem entlang der Lippe steigt die Zahl der Storchen-Brutpaare und der großgezogenen Jungvögel seit Jahren kontinuierlich. Die Aufnahme von Leser Heinz Körner zeigt Jungtiere in einem Horst in den Ahsewiesen.

Die Zahl der aufgezogenen Jungstörche summiert sich seit der ersten Brut im Jahr 2007 in der Hellinghauser Mersch auf 114 ausgeflogene Küken. Zumeist zählen die Ornithologen der Arbeitsgemeinschaft Biologischer Umweltschutz (ABU), die die Störche seit dem ersten Nisten im Jahr 2007 genau beobachten, nur zwei bis drei Bruterfolge pro Horst. So war es in diesem Jahr auch. Insgesamt wurden 27 flügge gewordene Jungvögel registriert.

Die Frühjahrs-Trockenheit haben die Storchenpaare demnach gut überstanden. Biologin Birgit Beckers von der ABU geht davon aus, dass die Vögel in Gebieten mit guten Wasserverhältnissen nisten und deshalb genug Futter zum Beispiel in Form von Amphibien zur Verfügung steht. Seitdem die ersten Störche im Kreisgebiet im Frühjahr 2007 ein Nest von Graureihern in einer Pappel besetzten, hat sich die Zahl der Brutpaare kontinuierlich erhöht.

2015 waren es schon sieben Paare, 2016 wurden neun und in diesem Jahr zwölf festgestellt. Hintergrund für die Neuansiedlung der Schreitvögel ist für die Biologen die Ausweisung und Einrichtung der Renaturierungsgebiete. Hier finden die Störche, die in einem Radius von rund 500 Metern um ihre Horste auf Nahrungssuche gehen, seither wieder die Feuchtwiesen, Blänken und Felder vor, die sie anziehen und sesshaft werden lassen.

Inwieweit hierzulande groß gezogene Jungvögel nach dem Winter zurückkehren, ist allerdings kaum feststellbar, aber wahrscheinlich, weil sich die Zahl der hiesigen Brutpaare beständig vermehrt. Fest steht jedoch, dass beringte Vögel auch aus anderen Gebieten wie zum Beispiel Braunschweig oder Wiesbaden sich hier niedergelassen haben. Während die meisten Störche inzwischen auf dem Weg in den Süden sind, verharren einzelne Paare weiterhin im Kreis.

Eins hat sich einen Acker östlich des Düsterwegs in Hattropholsen für die tägliche Futtersuche ausgesucht. Auch Störche aus den Ahsewiesen und Dinker wurden in den vergangenen Jahren beim Überwintern im Kreis Soest beobachtet. Wenn der Winter aber allzu hart wird, dann ziehen auch diese Vögel nach Süden, soweit, bis sie der Kälte und dem Eis des Nordens entkommen sind.

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