Borgward vertraut auf Oelder Werkstatt
Bild: Timmermann
Freude an den Details der Borgward Isabella haben (v. l.) Patrick und Vater Henry Preneux, Alina Denczyk und Christian Borgward.
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Nach mehr als 50 Jahren ist die Marke Borgward nun mit einem SUV zurück auf dem internationalen Automarkt. So hat sich Christian Borgward seinen Traum erfüllt und im vergangenen Jahr seine Isabella bei dem Oelder Henry Preneux gekauft, der seit mehr als 30 Jahren Oldtimer seiner Lieblingsmarke aufbereitet. Borgward sieht seinen Wagen dort in besten Händen.

Das 75 PS starke Schmuckstück aus dem Jahr 1961, das 22.000 Kilometer auf dem Tacho hat und bei Christian Borgward in zweiter Hand läuft, hat der Wolfsburger mit einem Transporter nach Oelde gebracht. Er kann den Blick kaum von seinem Fahrzeug lösen, als er mit Henry Preneux in der Werkstatt Details für die Inspektion bespricht. Die beiden, die ihre Leidenschaft für Borgwards vor zwölf Jahren zusammengeführt hat, sind damit schnell durch. „Da ist nicht viel zu tun“, sagt der 49-Jährige augenzwinkernd. Schließlich sei es ein Borgward. Einer, der zuhause auf rotem Teppich geparkt wird.

Oldtimer zum Cabrio umgebaut

Henry Preneux hatte den vierzylindrigen Zweisitzer zum Cabriolet umgebaut. Für seinen Besitzer ist es das schönste Auto der Welt. „Und das nicht, weil mein Name darauf steht“, versichert er. Er ist verliebt in die „wunderschönen Formen“ des Wagens, mit denen sein Großvater Carl Friedrich Borgward (1890–1963) bis heute Oldtimer-Fans verzückt. Ihnen ist Christian Borgward dankbar dafür, dass sie mit ihrem Enthusiasmus die Marke über Jahrzehnte lebendig gehalten haben. „Wir danken allen Preneuxs der Welt. Sonst hätten wir 25 Jahre länger daran arbeiten müssen, die Marke wieder bekannt zu machen“, sagt der Gründer-Enkel, der Präsident des Aufsichtsrats der neuen Borgward AG mit Sitz in Stuttgart ist. Borgward-Enthusiast Henry Preneux betont wiederum: „Es ist eine unheimliche Bereicherung für mein Leben, Herrn Borgward zu kennen.“

Christian Borgward mag es lässig, ist mit seiner Lebensgefährtin Alina Denczyk in Lederjacke, Jeans und Turnschuhen nach Oelde gekommen. In der Öffentlichkeit steht er nicht so gern. Sein Anliegen ist: „Ich will das Lebenswerk meines Großvaters weiterführen, nicht kopieren.“ Zwölf Jahre lang hat er daran gearbeitet, seinen Traum zu erfüllen – und konnte dafür seine Arbeit als Getränkehändler aufgeben.

Wiederbelebung der Marke Herausforderung für Designer

Die Designer der neuen Borgward AG in Stuttgart stellen sich einer besonderen Herausforderung. Während sich andere Automarken stetig weiterentwickelt haben, müssen sie 60 Jahre überbrücken, in denen es keine Entwicklung gab. So erklärt es Aufsichtsrat Christian Borgward. Mit dem SUV BX7 hat das Unternehmen auf der Internationalen Automobilmesse im September 2015 in Frankfurt sein erstes Ergebnis präsentiert. „Ein grundsolides Auto“, meint der Enkel des einstigen Firmengründers Carl Friedrich Borgward. Die ersten 100 SUVs seien bereits in Peking vom Band gelaufen, wo die Borgward AG mit dem chinesischen Unternehmen Foton eine Handelspartnerschaft eingegangen ist. Ab April würden sie dort verkauft. Auf dem deutschen Markt soll im zweiten Halbjahr 2017 Verkaufsstart sein.

„Wir werden jedes Jahr zwei neue Modelle auf den Markt bringen“, lautet das ehrgeizige Ziel von Borgward. Auf dem Genfer Autosalon Anfang März werden zwei weitere Modelle präsentiert. Der Oelder Henry Preneux erhält zu solchen Anlässen eine Einladung. „Er ist unser Maskottchen“, verrät Christian Borgward.

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