Neun Katzen anscheinend verschwunden
Der fünfjährige Kater Schneeball war erst krank, dann verschwand er spurlos aus der Bultstraße.

"Aus heutiger Sicht vermuten wir, dass der Kater damals vergiftet worden ist und es schon da jemand auf ihn abgesehen hatte", sagt Dolores Lokas. Am 5. September habe sie ihren Vierbeiner das letzte Mal gesehen. Seitdem ist er spurlos verschwunden. Offenbar ist das in der Gegend der Bultstraße, in der die Veranstaltungskauffrau lebt, kein Einzelfall. Insgesamt neun Katzen seien hier in den letzten Monaten verschwunden.

"Als ich angefangen habe, intensiv nach meinem Kater zu suchen, haben sich auch andere Nachbarn gemeldet, die ihre Tiere vermissen", erklärt Lokas. Die Oelderin vermutet, ein Katzenhasser fühle sich durch die Tiere belästigt. Einmal habe sie eine Beschwerde bekommen, diese aber nicht ernst genommen. "Man schaut den Leuten ja auch nur vor den Kopf", sagt Dolores Lokas, die keinen Verdacht hat, wer die Katzen beseitigt haben könnte. Sie vermutet, jemand habe Köder ausgelegt oder Fallen aufgestellt. Als der Kater verschwand, wendete sich Lokas an die Polizei, berichtete auch von den übrigen Tieren, die vermisst würden. "Man sagte uns, ohne konkrete Hinweise könne man keine Anzeige aufnehmen und der Sache auch nicht nachgehen", sagt sie.

Verständnis für den Standpunkt der Katzenhalter hat Martin Schnafel, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Warendorf. Doch erklärt er: "Ohne den tierärztlichen Beweis, dass eine Katze vergiftet oder tatsächlich gefangen worden ist, können wir nichts unternehmen." Sowohl Verdächtigungen als auch verschwundene Katzen gebe es immer wieder. Doch fehlt es meist an konkreten Hinweisen, die einen Täter überführen könnten. Dass in Nähe der Bultstraße mehrere Tiere spurlos verschwunden sind, davon hat man auch in der Tierarztpraxis Halbuer-Kobrink gehört. Allerdings seien keine weiteren Tiere mit Vergiftungserscheinungen behandelt, sagt eine Angestellte der Praxis. Vorsichtig ist man an der Bultstraße jetzt allemal. "Wir holen unsere Katze jetzt jeden Abend rein", sagt Anwohner Michael Springer. Zu groß sei die Angst um den vierbeinigen Freund.

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