Park-Förderer sehen die Qualität bedroht
Bild: Hahn
Angehörige jeder Altersklasse profitieren vom Oelder Vier-Jahreszeiten-Park – davon sind Vorstand und Mitglieder des Fördervereins überzeugt. Das Bürgerbegehren bedroht ihrer Ansicht nach die Park-Qualität.
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Darin sind sich die engagierten Oelder einig, die am Mittwoch im Park zusammengekommen sind, um ihrem Unmut und ihrer Sorge angesichts des Bürgerbegehrens Ausdruck zu verleihen. „Die nach der LGS geöffneten Flächen sind heute an vielen Stellen zerstört“, erklärt der Vorsitzende Eckhard Hilker. Die Folgen ließen sich bei einem schnellen Blick in die Wellengärten und speziell in den ehemaligen fernöstlichen Garten erkennen. Für die Mitglieder des Vorstands steht fest: Wer den Park, der allen Generationen und vor allem Familien zum Nutzen gereicht, frei zugänglich macht, gibt ihn auch potenzieller Zerstörung frei. „Der Park wird vergammeln“, befürchtet Karl-Theo Schwarte. Dass der Park den Antragstellern des Begehrens zufolge kaum Besucher hat, sei eine eindeutige Unwahrheit. Um dies zu erkennen, genüge ein kurzer Blick auf die Spielplätze. Auch habe der Förderverein stets angeboten, jenen zu helfen, die sich den Eintritt nicht leisten können, betonen die Vorstandsmitglieder. Für Kitas und Seniorenheime gebe es kostenlose Eintrittskarten.

Antragsteller ignorieren Folgen

Was sie an dem Bürgerbegehren störe, sei auch die Ignoranz gegenüber den finanziellen Folgen. Dies zeige sich auch an dem Beharren an dem Verfahren mit der Notwendigkeit der Kostenschätzung durch die Verwaltung trotz der sehr deutlich gemachten Unzulässigkeit eines Entscheids, sagte Gabriele Keutmeier. Wer heute mit Wehmut auf die Zeiten zurückblicke, in denen der Park frei zugänglich war, müsse sich auch klar machen, welche Qualitäts- und Angebotsverbesserung mit der LGS bis in den heutigen Vier-Jahreszeiten-Park Einzug gehalten habe, stellen die Fördervereinsmitglieder heraus. Das heutige Angebot – und nicht der Stand von vor 25 Jahren – gebe dem Park in der Region ein Alleinstellungsmerkmal. Dies sei auch durch ein starkes emotionales und finanzielles Engagement mit „viel Herzblut“ entstanden, wie Bernd Brintrup betont. „Es muss uns gelingen, die Wertigkeit des jetzigen Bestands darzustellen“, sagt Hilker mit Blick in die kommenden Wochen. Zum jetzigen Bestand gehörten Spenden wie der neue Seilgarten der Haver-&-Boecker-Belegschaft. Auch zum Schutz dieser Werte sei man verpflichtet.

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  Fiete Dr. jur., Oelde-Nord 28.02.2013 12:06:11
"Je kleiner die Bürger, desto größer das Imperium." (Stanislav Jerzy Lec) Und sei es nur das Großreich zwischen "[..] der Geist" und dem Autobahnwall.
  Fiete Dr. jur., Oelde-Nord 28.02.2013 18:55:27
Ich will Ihnen mal verraten, warum mich dieses Thema interessiert. Mir persönlich könnte es ja vollkommen gleichgültig sein: Ästhetisch besetzte Frei-, Grün- und Parkräume sehe ich jeden Tag in meiner Arbeitsstadt in Münster. Aber: Wenn man sich – wie in meinem Fall als Jogger- häufiger durch den städtischen Raume namens Oelde bewegt, insbesondere in den Freiräumen, sei es im Forst (Bennigloh, In der Geist), sei es in den Grünräumen, in Kleingartensiedlungen, in der Pampa, kann man diesen Wunsch vieler Mitbürger nach kommunikativer Begegnung im öffentlichen Raume spüren. Und damit meine ich nicht nur ältere Mitmenschen der meinerseits höchst angesehenen Aufbaugeneration, die einen direkt ansprechen, nein, auch Jogger, auch Jugendliche, Hundehalter, Spaziergänger, junge Eltern, Kleinkinder, etc. Diesem Bedürfnis öffentlicher Begegnung sollte man Raum geben! Ich persönlich nehme meine Oelder Mitbürger als durchaus sensibel wahr, was Respekt und Reinlichkeit gegenüber kommunalen Räumen angeht. Die einzige „Gruppe“, die sich „asozial und defätisch“ im Oelder Raume bewegt, sind die meisten Autofahrer. Ich habe in diesem Falle eher den Eindruck, dass öffentlicher Raum als individueller Privatraum betrachtet und besetzt wird. Hinsichtlich Engagements und Finanzierung gäbe es bei aufrichtigem Gestaltungsinteresse genügend Optionen – hier sind Privatengagement und öffentlicher Zugang kein Widerspruch!
  Fiete Dr. jur., Oelde-Nord 01.03.2013 10:52:51
Ein allerletzter Kommentar meinerseits: 1. Erfolgsaussichten des möglichen Klagewegs auf Zulassung des Bürgerentscheids (kann hier nur sehr, sehr, sehr holzschnittartig erfolgen): Da in diesem Fall die kommunale Selbstverwaltungshoheit hinsichtlich ihrer Finanzhoheit (hier auch explizit ausgestaltet in § 26 (5) Nr. 3 GO NRW -> kommunale Abgaben) betroffen ist, müsste eine mögliche Grundrechtsverletzung der Kläger (bspw. Recht auf Versammlungsfreiheit) schwerer wiegen als das Beharren der Gemeinde auf die Einnahmequelle aus dem Vier-Jahreszeiten-Park. Dieser Nachweis ist sehr schwer zu führen, auch wenn das Bundesverfassungsgericht jüngst die unmittelbare Grundrechtsbindung der von der öffentlichen Hand beherrschten gemischtwirtschaftlichen Unternehmen in Privatrechtsform [...] ebenso wie im Alleineigentum des Staates stehende öffentliche Unternehmen, die in den Formen des Privatrechts organisiert sind, gestärkt hat (vgl. 1 BvR 699/06). Unter uns: Vergessen Sie's. 2. Hinsichtlich der pessimistischen Einschätzung Ihrer Mitmenschen als Vandalen sei mir folgendes Zitat gestattet: "Eine Tugend, die immer beschützt werden muss, ist nicht die Schildwache wert." (Oliver Goldsmith). Sie tragen mehr zu Erhalt und Bewahrung einer schönen Umgebung bei, indem Sie die entsprechende Geisteshaltung transportieren. In jeder Stadt werden Sie Beispiele offen zugänglicher landschaftlicher/städtischer Möblierung finden, die mit Respekt behandelt werden. 3. Um richtig verstanden zu werden: Auch ich schätze das Engagement der Mitglieder des Fördervereins sehr und bin auch dankbar für Mitmenschen, die mit Tat und Gedankenkraft sich ihrer bebauten Umwelt widmen. Diese Wertschätzung ändert aber nichts an meiner Haltung hinsichtlich eines „Recht auf Stadt“. Von meiner Seite aus war es das mit den Kommentaren dazu. Meine Fokussierung auf dieses vermeintlich „provinzielle Thema“ bedeutet nun ein deutlich geringeres Maß an Freizeit zulasten des aufgeschobenen Bergs an Arbeit. Identifikation ist aber auch zeitberaubend.
Kommentar nicht in Ordnung? Mitteilung an die Redaktion.