Park vor LGS: marode oder in Ordnung?
Archivbild: Renk

In welchen Zustand war der heutige Vier-Jahreszeiten-Park vor der Landegartenschau 2001? Die Diskussion um die Bewirtschaftung des Parks zielt nicht selten auch auf diese Frage.

Archivbild: Renk

Zwei der Antragsteller des Begehrens sowie einige Vertreter des Fördervereins wollten sie nutzen – darüber hinaus blieb das Interesse der Bürgerschaft gering. Nicht einmal zehn weitere Bürger vervollständigten die Runde im großen Ratssaal. „Die Philosophie des Parks und einige Zahlen“ – wie die grüne Ratsfrau Marita Brormann einleitend erklärte – stellte zunächst Forumschef Ludger Junkerkalefeld vor. Er kam auf Nachfrage auch auf das zunächst gegebene Versprechen, der Park werde nach der LGS wieder freigegeben, zu sprechen: „Ja, die Aussage gab es, aber sie wurde aus guten Gründen ehrlich und aufrichtig revidiert.“ Während der laufenden LGS sei klar geworden, das Geschaffene, ein „topgepflegtes Ausflugsziel“ müsse geschützt werden – eine Einschätzung, der sich viele der anwesenden Bürger später anschlossen. Auch am Dienstag wurde immer wieder der Stadtpark vor der LGS thematisiert. Doch die Einschätzungen klafften weit auseinander: „Der Park war eindeutig in die Jahre gekommen“, meinte Junkerkalefeld. „Eine Lüge, der Park war in Ordnung“, urteilte Dr. Ralf Wohlbrück, einer der Initiatoren des Begehrens.

Finanzielle Folgen

Forumschef Ludger Junkerkalefeld warf in der öffentlichen Fraktionssitzung am Dienstag auch einen Blick auf die, wie er betonte, Prognose der finanziellen Folgen, die ein Verzicht auf Eintrittsgelder bringen würde. Seiner Modellrechnung zufolge bewirken die wegfallenden Eintrittsgelder, eine Kürzung des Zuschusses und erforderliche steuerliche Anpassungen eine „neue Lücke“ von 580 000 Euro. Dies werde sichtbare Spuren im Park hinterlassen. Wenn Angebote zurückgefahren werden müssten, etwa beim Kindermuseum, schlage sich dies auch auf der Einnahmeseite nieder, warnte er. Dr. Ralf Wohlbrück warf Junkerkalefeld vor, mit wenig aussagekräftigen Zahlen zu operieren. „Warten Sie auf das Ergebnis der Wirtschaftsprüfung“, forderte er.

Fördervereinsvorsitzender: Bürger sind zusammengerückt

Als Vorsitzender des Fördervereins äußerte sich Eckhard Hilker am Dienstag zur Einschätzung der Antragsteller des Begehrens, es müsse ein Riss in der Gesellschaft gekittet werden. Genau dies sei im Rahmen des LGS-Prozesses geschehen, meinte Hilker. Generationen und Schichten seien vielmehr zusammengerückt, und auch Bewohner des Nordens und Südens der Stadt hätten, anders als oft zuvor, besser zusammengefunden. Hilker betonte aber auch, der Förderverein wolle sich von der Politik nicht „vor den Karren spannen lassen“. Über die Zukunft des Parks müssten die Oelder Politiker entscheiden.

Grüne und CDU stehen zu derzeitiger Bewirtschaftung

Nach allen offenkundigen Differenzen über den richtigen Umgang mit dem Park, warb Marita Brormann zum Schluss für die Möglichkeit, im Rahmen eines Lokale-Agenda-Prozesses die Oelder Bürger in einen Dialog über die Zukunft ihres Parks zu bringen. Darüber hinaus stellte sie auch heraus, dass die Grünen hinter dem derzeitigen Bewirtschaftungskonzept stünden. Auch die Ratsfraktion der CDU hat sich gegenüber der „Glocke“ bereits eindeutig für die Beibehaltung der derzeitigen Form der Parkbewirtschaftung ausgesprochen.

SOCIAL BOOKMARKS
Artikel kommentieren
Bitte geben Sie den Bestätigungscode ein:
Neuen Code generieren
Kommentar nicht in Ordnung? Mitteilung an die Redaktion.