Die Tiere sind zwar nur aus wasserfesten Platten gesägt, aber der Wildpark von Franz Lingnau bereichert das Stadtbild. Wo der jüngste Abschnitt des Ermländerwegs und die Edith-Stein-Straße aufeinandertreffen liegt ein Stück städtische Wiese. „Das müsste die Stadt eigentlich pflegen“, sagt Franz Lingnau. „Aber wir haben vor einem Jahr gesagt, dass wir dies übernehmen“, berichtet der 78-Jährige. Mit Sohn Klaus, der ebenfalls gegenüber dem Rasenstück wohnt, kümmerten sich Anneliese und Franz Lingnau um die Fläche. Doch bei der Pflege blieb es nicht. „Da musste etwas drauf“, befand Franz Lingnau.
Inzwischen wohnen dort rund 25 hölzerne Gesellen. Friedlich vereint stehen Pferd, Giraffe, Wildschwein, Reiher, Reh und Co. im Wildpark am Ermländerweg, schwingt sich ein Affe durch den Baum. Ausgesägt aus wasserdichten Platten trotzen die Figuren auch Gewittergüssen. Wehrlos sind sie hingegen bei Passanten, die Gefallen an ihnen finden und sie heimlich mitgehen lassen.
Da hört der Spaß für Franz Lingnau auf. Bevor sich jemand ein Tier mitnehme, sollte er lieber gegenüber bei Lingnaus klingeln. „Dann findet sich eine Lösung“, sagt der Rentner verschmitzt lächelnd. Und seiner Frau Anneliese schwant, dass ihr Mann dann in seine Werkstatt neben den Vogelvolieren verschwinden wird und lieber nach seinen Vorlagen sägt, als vermehrt im Haushalt anzupacken.
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