Nagekäfer nagt an Haus Harkotten
Bild: Austrup
Über den Fortschritt der Bauarbeiten auf Harkotten sowie einen weiteren Förderzuschuss von 250 000 Euro freuen sich (v. l.) Ferdinand von Korff, Dr. Peter Paziorek, Carl Altefrohne, Sigrid Karliczek, Günter Nüßing, Myriam von Korff, Doris Kaiser und Bodo Kemper.
Bild: Austrup

 „Von außen sieht man nur ein unscheinbares Loch im Holzbalken, aber im Innern höhlt die Larve des Käfers selbst hartes Gebälk Stück für Stück aus“, sagt Altefrohne. Das wahre Ausmaß der Schäden offenbare sich erst, wenn man in die Tiefe gehe.

Käfer nur ein von vielen Problemen

Die Balken müssen abgeschält werden, bis nur noch die tragende Substanz übrigbleibt, und dann restauriert werden. „Eine Sisyphusarbeit“, weiß Altefrohne. Der Käfer ist nur eines von vielen Problemen, denen sich die Restauratoren derzeit am Denkmal gegenübersehen.

Die Ostfassade bröckelt ab, im Keller gibt es alte Wasserschäden, von den Schornsteinen sind höchstens zwei noch zu retten, die Fenster müssen saniert werden und, und. Das alles nicht etwa, weil die Eigentümerfamilie das Gebäude hat verkommen lassen. „Es wurde ständig gearbeitet“, sagt Myriam von Korff. Aber immer nur mit den (oft unzureichenden) Mitteln der Zeit.

So sind in den 1960er-Jahren Risse und Fugen einfach mit Beton zugeschüttet worden. Den zu entfernen und den ursprünglichen Zustand wieder herzustellen, wie es der Denkmalschutz erfordert, ist noch aufwändiger, als wäre nichts passiert.

Zweiten Förderbeitrag erhalten

Umso mehr freuten sich Architekt, Dr. Peter Paziorek und Doris Kaiser vom Verein der Freunde und Förderer des Denkmals Harkotten, Günter Nüßing als Denkmalbeauftrager der Stadt Sassenberg sowie Myriam und Ferdinand von Korff, als gestern Sigrid Karliczek zu Gast im Herrenhaus war.

Die Mitarbeiterin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz war zuletzt im Oktober in Füchtorf und hatte einen Scheck über 250 000 Euro im Gepäck. Dieselbe Summe konnte sie gestern noch einmal überreichen. „Zwei so hohe Förderbeträge in so kurzer Zeit, das habe ich noch nie erlebt“, sagte Bodo Kemper von Westlotto, aus deren Einspiel-Ergebnissen sich die Denkmalschutz-Organisation maßgeblich mitfinanziert.

Diese Tatsache zeige, welch hoher Wert der Anlage im heimeligen Füchtorf bundesweit zugemessen werde. „Diese Gelder sind nicht, wie mancher mutmaßt, für das Wohnzimmer der Familie von Korff bestimme, sondern für das historische Gebäude Harkotten, das der gesamten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, so Karliczek.

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