350 MGW-Schüler an der Wahlurne
350 Schüler des Mariengymnasiums haben sich an der Juniorwahl 2017 beteiligt. Eine Woche lang hatten sie sich mit den Wahlprogrammen der hiesigen Parteien beschäftigt.

Doch so viel sei bereits an dieser Stelle verraten: Die Schüler waren richtiggehend stolz darauf, ihr (imaginäres) Wahlrecht ausüben zu dürfen. Und: Das am heißesten diskutierte Thema betraf die Mädchen und Jungen ganz persönlich. G8 oder G9? – die Tendenz fiel eindeutig aus, betonte Wening. Die allermeisten Marienschüler wünschen sich eine Rückkehr zum Abitur nach 13 Jahren. „Die Schüler wollen so wenig Nachmittagsunterricht wie möglich, um Zeit für ihre Hobbys zu haben, und sie wollen eine entspanntere Lern-Atmosphäre“, konkretisierte der Pädagoge die breite Front gegen das so genannte G8, also die Reifeprüfung in nur 12 Jahren.

Eine Woche lang stand ganz konkrete Politik auf dem Stundenplan von insgesamt 12 Klassen und Kursen des Mariengymnasiums. Die Schüler werteten Wahlprogramme aus, informierten sich über die Lebensläufe und Versprechen aller hiesigen Kandidaten, lernten, was ein Einzelkandidat ist, warum es Erst- und Zweitstimme gibt. Sie probierten den Wahl-0-Mat aus und lasen Presseberichte. Auch über Warendorfer Begebenheiten tauschten sich die Mädchen und Jungen aus. Besonders intensiv wurde über die Umgehungsstraße debattiert. Andreas Wening: „Die Meinungen gingen auseinander, je nach Wohnort und Betroffenheit. Wer nah an der B64n wohnen würde, war dagegen, die, die mehr innerhalb der Stadt leben, dafür.“

Im Landtagswahlkampf setzen viele Parteien auf die Themen „Integration“ und „Schnelles Internet“ – bei den Kindern und Jugendlichen am Mariengymnasium konnten sie damit nicht punkten. Integration sehen die Mädchen und Jungen eher von der pragmatischen Seite her. „Geredet wurde in diesem Zusammenhang nur darüber, dass man für Integration etwas tun muss“, formulierte es Wening. Da sich alle Parteien in ihren Wahlprogrammen mit den neuen Medien beschäftigten, sei auch dieses Thema kein Entscheidungskriterium für oder gegen eine politische Vereinigung gewesen, schilderte der Pädagoge und bilanzierte: „Die Schüler waren mit Engagement dabei. Wenn man die jungen Leute abholt, haben sie Spaß an Politik.“

SOCIAL BOOKMARKS