Archäologen verfolgen Marktplatz-Umbau
Bild: Plautz
Immer in Einsatz: Der zuständige Archäologe für den Marktplatzumbau, Christian Golüke.
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Dabei handelt es sich um Keramikscherben und Tierknochen – aus seiner Sicht Objekte von eher untergeordneter Rolle. Diese seien aber nicht unwichtig, wenn es darum geht, die verschiedenen Bodenschichten korrekt zu datieren. Das Keramik-Material stammt vermutlich aus dem Spätmittelalter (12. bis 14. Jahrhundert).

Andreas Wunschel, Wissenschaftlicher Mitarbeiter des zuständigen Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), bestätigt, dass bis jetzt keine Funde zu Tage gefördert worden sind, die jünger waren als aus dem Spätmittelalter. „Wir sind auf der Suche nach relevanten Bodenschichten“, erklärte Andreas Wunschel. Dies werde aber dadurch erschwert, dass bereits in den 1980er-Jahren tief in den Marktplatz eingegriffen worden sei. Deshalb gebe es immer noch weiße Flecken auf der Karte, da man auch nur ungefähr 70 Zentimeter tief Bohrungen vornehme. In dieser Höhe seien relevante Schichten durch Bautätigkeiten der 1980er-Jahre leider häufig zerstört worden. Man könne aber manche Bodenschichtungen noch feststellen und so einen Querschnitt des Untergrunds des Marktplatzes erkennen.

Andreas Wunschel ist auch beim Umbau des Stadtkerns in Telgte vor Ort gewesen und hat dort eine ähnliche Bodenschichtung wie in Warendorf vorgefunden. „Es ist wie ein Puzzlespiel mit 100 Teilen, von dem man lediglich zehn Stücke zur Verfügung hat“, so Christian Golüke. Man sei in diesem Beruf nicht vor Überraschungen gefeit. Aber genau das mache den Reiz aus. Besondere Einzelfunde interessieren den studierten Archäologen hierbei eher weniger. „Mir sind Zusammenhänge viel wichtiger als ein Einzelstück. Das Gesamtbild ist um einiges interessanter“, meint der Experte.

„Es werden auf dem Marktplatz nur die für eine Sanierung notwendigen Erdbewegungen stattfinden“, betonte der Mitarbeiter des LWL. Nur wenn man absehen könne, dass bei 20 Zentimeter tieferen Bohrungen wirklich außergewöhnliche Dinge gefunden werden könnten, würde man entsprechend handeln. Durchgeführt würden auch lediglich baubegleitende Untersuchungen und keine Ausgrabungen. „Wir wollen das Bauvorhaben in Warendorf nicht behindern. Deswegen ist gut zu planen die große Kunst“, sagt Golüke. Momentan geht der Archäologe nicht davon aus, dass aufgrund eines Fundes die Bauarbeiten über einen längeren Zeitraum stillgelegt werden müssten.

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