„Bist’e Jeck, bist’e nett“ ist Motto
Bild: Poschmann
Bürgermeister Axel Linke hatte gegen die Übermacht der Narren keine Chance. Er musste den Moritz an Prinz Tönnie I. (Dirk Tönnies) und seine Gefolgschaft Annemarie Christin Wowerus und WaKaGe-Präsident Markus Hinnüber herausgeben.
Bild: Poschmann

„Den Marktplatz haben wir extra verkleinert, damit er voll ist. Und das soll auch so bleiben“, sagte Bernd Wiese von der Warendorfer Karnevalsgesellschaft (WaKaGe) am Samstagvormittag und verpasste dem Ersten Bürger der Emsstadt damit einen kleinen karnevalistischen Seitenhieb. Eigens zum Karnevalsauftakt am Elften im Elften war die Fläche sogar überdacht worden – mit großen Schirmen.

Trotz kühler Witterung ließen es sich zahlreiche Narren nicht nehmen, den Beginn der neuen Session gebührend zu feiern. „Das ist auch ein kleiner Stresstest für den Marktplatz“, erklärte Linke. Zu diesem Zeitpunkt war sich der Bürgermeister noch ganz sicher, dass dieses Mal die WaKaGe ihr Maskottchen nicht aus dem Schrein im Historischen Rathaus würde befreien können. Allerdings hatte er dabei wohl Prinz Tönnie I. (Dirk Tönnies), „von Architektur und Handball pur“, unterschätzt. Der war ihm, wie sich zeigen sollte, nämlich überlegen. „Ich bin halt größer und kräftiger“, merkte der Prinz mit einem Schmunzeln auf den Lippen an. Wohl gebettet strahlte der Moritz förmlich über alle Backen, als Tönnie I. sein närrisches Zepter aus tiefem Sommerschlaf erweckte. Ein kurzes Hin und Her, und schon war der Bürgermeister den Moritz los.

Trotz seiner Niederlage gegen die Jecken ließ es sich der Bürgermeister dann doch nicht nehmen, den Karnevalisten ein besonderes Lob auszusprechen: „Ihr bringt Leben nach Warendorf, steht für Brauchtumspflege und seit eine große Stütze für die Stadt.“ Schunkeln, singen und fröhlich sein hieß es dann wenig später, als Hofsänger Frank Hülsbusch das Prinzenlied anstimmte. Es folgten Auftritte des großen WaKaGe-Balletts, der Bambinos und der Flöckchen und – nicht zu vergessen – musikalische Unterhaltung durch die Blaskapelle „Veur Gek en Onwies“ aus den Niederlanden.

Erstmals wurde zum Karnevalsauftakt auch das Motto der nun beginnenden Session durch WaKaGe-Hofmarschall Volker Brügge und Frank Korte vom Bürgerausschuss bereits bekanntgegeben: „Bist’e Jeck, bist’e nett“. Ersonnen hatte den Slogan Ingrid Reimer, die sich mit ihrem Beitrag aus mehr als 30 Vorschlägen durchsetzen konnte. Das Sessionsmotto soll in Zukunft immer zum Beginn des Karnevalsauftakts ausgerufen werden. Nach dem zweistündigen Programm unter freiem Himmel, wurde im Anschluss der Karnevalsauftakt im „Café Extrablatt“ weiter gefeiert.

SOCIAL BOOKMARKS