Galoppierende Pferde auf Fliesen
Bild: Baumjohann
Freuen sich auf die Ausstellung: Heinz Joseph Gloskiewicz, Rosemarie Friederichs, Dr. Marlis Andres, Horst H. Adrians und Bernhild Erichsen.
Bild: Baumjohann

Fliesen, also Stein- oder Tonplatten als Dekor für Wand oder Fußboden, seien seit der Antike bekannt, erklärte der Experte. Bereits im dritten Jahrtausend vor Christus hätten Assyrer und Babylonier glasierte Ziegel gebrannt. Über Spanien und die Balearen, Süditalien und Frankreich seien die Fliesen auch in die Niederlande, nach Deutschland und Großbritannien gekommen, sagt Gloskiewicz. Schon 1661 habe es eine Manufaktur in Hanau gegeben.

In der aktuellen Sonderausstellung im Heinrich-Friederichs-Museum, die Heinz Joseph Gloskiewicz mit seinem Vortrag am Sonntag eröffnet hat, sind verschiedene Themen zu entdecken. Zum einen, so der Referent, gebe es Fliesen, die das Pferd als Einzelmotiv in verschiedenen Funktionen und Situationen zeigten, aber auch Motive mit Pferd und Reiter, Pferd mit Kutsche und Familie, Pferdesport und dem Steckenpferd. Teilweise seien die Vierbeiner auf den Fliesen auch in Verbindung mit Landschaften zu sehen, so Gloskiewicz.

Möglich gemacht hat die Ausstellung in Warendorf Dr. Marlis Andres. Die Sammlerin hat viele der ausgestellten Fliesen zur Verfügung gestellt und berichtete am Sonntag davon, die erste Fliese auf ihrer Hochzeitsreise erworben zu haben. „Die Kulturgeschichte im Hintergrund ist für mich Motivation zu sammeln“, sagte Andres. Auch Horst H. Arians ist begeisterter Sammler und hat Exemplare für die Warendorfer Ausstellung zur Verfügung gestellt. „Jede Fliese hat einen Kupferstich als Vorlage“, erläuterte er den Zuhörern. „Sie sind nicht individuell gemalt, sondern ein Massenprodukt. Weil sie aber von Hand ausgemalt wurden, ist jede Fliese wiederum ein Unikat.“ Die Sonderausstellung ist noch bis Ende November 2017 im Museum Heinrich Friederichs zu sehen. Das Museum an der Oststraße 47 ist mittwochs und sonntags von 15 bis 18 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung sind ein Katalog und ein Fliesen-Kalender für 2018 zum Preis von jeweils 15 Euro erschienen.

SOCIAL BOOKMARKS