Handbike unterstützt Therapie
Bild: Andreas Poschmann
Kamen zur Übergabe eines weiteren "Handbikes" im "Time Out" der Sportschule zusammen (v.l.): Stefan Fiedler (FUAV), Kommanndeur Oberst Michael Maul, Dr. Christoph Veith, Günter Mewißen, Oberstarzt Dr. Andreas Lison, Marcus Iserath (FUAV) und Stephan Wüsthoff (FUAV).
Bild: Andreas Poschmann

 Es ist das zweite Fahrrad dieser Art, das  in der Kantine „Time Out“ an die Sportschule übergeben wird. Ganz billig ist so ein Gefährt nicht gerade: Rund 9000 Euro muss man dafür berappen. In der Therapie von Versehrten allerdings ist das sehr gut angelegtes Geld, macht Lison deutlich. Denn: „Unsere Patienten sollen zurück in ein neues Leben finden.“

Das Zentrum für Sportmedizin in Warendorf gilt mittlerweile als das Fachkompetenzzentrum für Rehabilitation in der Bundeswehr. Am Standort Warendorf wird viel dafür getan, dass versehrte Soldaten und Zivilisten sogar wieder leistungssportliche Ziele in Angriff nehmen können. „Wir zeigen dem Menschen neue Möglichkeiten auf, was er kann, und nicht, was er nicht kann. Den Weg allerdings müssen die Betroffenen schon selbst gehen.“

Die Sporttherapie ist dabei mehr als Gymnastik für Menschen mit Behinderung. „Wir tun alles dafür, dass Menschen mit einer bleibenden Funktionsstörung möglichst wenig behindert werden.“ Entsprechend umfangreich ist das Therapiekonzept, das von der komplexen orthopädischen Versorgung über die Trainingssteuerung durch Leistungs- und Ernährungsmedizin bis hin zur psychotherapeutischen Begleitung und sportmedizinischen Betreuung reicht.

„Wir folgen dem Patienten einen Schritt voraus“, sagt Lison. Damit meint der Mediziner, dass am Zentrum für Sportmedizin bereits im Vorfeld einer Therapie nicht nur der Patient und seine Leistungseinschränkungen im Blickfeld stehen. Ebenso werden psychische Probleme, die mit einer schweren Verletzung einhergehen, genauso in den Therapieplan einbezogen wie das persönliche Umfeld und das noch vorhandene Leistungsvermögen.

„Es geht um die Identifikation mit dem Anderssein. Da steckt sehr viel Gefühl und Potenzial drin und deshalb müssen wir nicht nur den Körper, sondern auch die Seele behandeln.“ Je eher dem Patienten Perspektiven aufgezeigt würden, desto erfolgreicher werde eine Rehabilitation verlaufen.

Ermöglicht wurde das vorzeitige Weihnachtsgeschenk durch die Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie, die den FUAV (Förderverein zur Unterstützung der Arbeit mit Versehrten) unterstützt hat. Der Präsident, Generalarzt Dr. Christoph Veit, sowie der Bundesgeschäftsführer der Gesellschaft, Stabshauptmann Günter Mewißen, überreichten das Handbike an Oberst Michael Maul, Kommandeur der Sportschule der Bundeswehr, und an Oberstarzt Dr. Andreas Lison.

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