Höhere Strafe für Sexualstraftäter

Zweieinhalb Jahre Gefängnis lautete die Strafe für einen 26-jährigen Bielefelder.

Der Mann hatte am 25. Juni 2016 ein 16-jähriges Mädchen auf einem Feldweg bei Milte in seinem Auto unter Schlägen zu sexuellen Handlungen gezwungen. Zudem hatte er die Misshandlungen mit seinem Handy gefilmt, um sich später damit zu brüsten.

Das Opfer hatte der Angeklagte bei einem Internet-Flirt auf einem Dating-Portal kennengelernt. Schon im November 2016 saß der Bielefelder auf der Anklagebank im Amtsgericht Warendorf („Die Glocke“ berichtete). Weil er ein umfangreiches Geständnis ablegte, wurde er seinerzeit zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilt. Das als Nebenklägerin auftretende Mädchen musste deshalb nicht als Zeugin aussagen. Die Staatsanwaltschaft aber hielt das Urteil angesichts der schweren Straftat für unangemessen und ging in Berufung.

Auch am Freitag blieb der jungen Frau die Aussage erspart, der Angeklagte wiederholte auf Anraten seines Rechtsanwalts sein Geständnis und er entschuldigte sich bei seinem Opfer. Dieses Geständnis, die Reue und sein sonstiges Verhalten müssten seinem Mandanten positiv angerechnet werden, forderte der Verteidiger. Zudem sei sein Mandant nicht vorbestraft. Deshalb plädierte der Verteidiger auf einen minderschweren Fall und Beibehaltung der zweijährigen Bewährungsstrafe aus der ersten Instanz. Die mildernden Umstände räumte der Staatsanwalt ein. Dennoch könne er angesichts des brutalen Vorgehens keinen minderschweren Fall erkennen. Deshalb beantragte er eine dreijährige Haftstrafe. Der Anwalt der Nebenklägerin schloss sich dem an. Das Gericht folgte der Argumentation des Staatsanwaltes, blieb allerdings noch sechs Monate unter dessen Antrag. Der vorsitzende Richter Michael Beier bezeichnete das Urteil selbst als sehr milde, was der Angeklagte vor allem seinem umfassenden Geständnis zu verdanken habe.

SOCIAL BOOKMARKS