Katze verliert durch Schuss ein Auge
Bild: Edelkötter
Tierärztin Dana Ströse mit dem Röntgenbild: Der helle Fleck ist das Projektil, das das Auge von Luana verletzt hat. Es handelt sich um ein 4,5 Millimeter Spitzkugel-Diabologeschoss.
Bild: Edelkötter

In einer schwierigen Operation hat ihm die Veterinärmedizinerin Dana Ströse das Projektil aus dem Kopf entfernt. Seit gestern Nachmittag ist Luana wieder zuhause bei ihrer Besitzerfamilie.

Julias Mutter Nadja Tschursin erinnert sich an die bangen Momente: „Luana ist am 6. Juni nicht zurückgekommen. Wir sind mit Fahrrädern alle Straßen in unserer Nachbarschaft abgefahren und haben nach ihr gesucht. Immer wieder haben wir ihren Namen gerufen, doch sie ist nicht aufgetaucht.“ Erst drei Tage später fanden Nadja Tschursin, ihre Tochter Juli und ihr Sohn Phillip (15) das schwer verletzte Tier im Garten. Es hatte sich wohl mit letzter Kraft dorthin schleppen können. Wo die Katze die vorangegangenen Stunden verbracht hat, ist bis heute unklar. Nicht bekannt ist auch, wer auf das Tier geschossen hat. Familie Tschursin hat bei der Polizei Strafanzeige gegen unbekannt gestellt. „Wir haben zunächst angenommen, dass Luana irgendwo eingesperrt war und misshandelt worden ist. Etwa mit Fußtritten“, berichtet Nadja Tschursin. Die Sorge wuchs, als sich das Tier gar nicht erholen wolle; der Futternapf blieb unberührt.

Dana Ströse, die auch einen Verkehrsunfall als Ursache für die Verletzung zunächst nicht ausschließen wollte, ging der Sache auf den Grund. Eine Röntgenaufnahme brachte schließlich Gewissheit: Das Geschoss im Kopf des Tieres war darauf deutlich zu erkennen; die Verletzung wurde dem Kätzchen von Menschenhand zugefügt. Wissentlich und nicht zufällig. Der Schuss, so Ströse, wurde aus nächster Nähe abgefeuert.

„Luana ist ein ausgesprochen liebes Tier“, sagt Dana Ströse, die ihrem vierbeinigen Patienten zwar das Leben, nicht aber das verletzte Auge hat retten können. „Die Katze hat einen freundlichen Charakter, geht auf Menschen zu und ist zutraulich“, ergänzt die Warendorfer Tierärztin. Und dass dieser Eindruck zutreffend ist, bestätigt die Halterin Nadja Tschursin: „Luana lebt seit zweieinhalb Jahren bei uns. Sie ist der Liebling der Kinder, hüpft in Puppenwagen und Puppenbett und schläft auch dort.“ Zudem sei die Katze ein ausgezeichneter Mäusejäger. Die Tat habe „großen Schmerz in der Familie“ ausgelöst. Luana ist eine europäische Hauskatze mit kurzem Fell, die als Freigänger auch Auslauf hat. Ihr Revier ist das Gebiet am Warendorfer Friedhof (Splieterstraße). Irgendwo dort könnte also auch der Schütze, der bewusst auf die Katze gezielt und abgefeuert hat, leben. Dass – wenn auch nur mit einem Luftgewehr – inmitten eines Wohngebiets geschossen wird, ist beängstigend.

Hinweise an die Polizei oder an die Tierarztpraxis Dana Ströse in Warendorf.

SOCIAL BOOKMARKS