Küchenwerk in Warendorf: Betrieb läuft
Exklusive Küchen der Marke „Warendorf“ werden seit dem 6. Januar in der Kreisstadt wieder produziert. Der Betrieb der Warendorfer Küchen GmbH läuft trotz Insolvenzverfahrens weiter.

Die 140 Beschäftigten, die kurz vor Weihnachten von der beunruhigenden Nachricht überrascht worden waren, dass die Geschäftsleitung beim Amtsgericht Münster ein Insolvenzverfahren in „Eigenverwaltung“beantragt hatte, konnten nach um nur einen Arbeitstag verlängerten Werksferien wieder an die Arbeit gehen.

Für das Management um Geschäftsführer Slav Lepenin und Manfred van Ginkel hatte es dagegen keine Pause „zwischen den Jahren“ gegeben. In hoch komplizierten Verhandlungen unter Beachtung der restriktiven Auflagen des Insolvenzrechts war die Wiederaufnahme der Geschäftstätigkeit vorbereitet worden. Noch am Dienstag war bis spät in die Nacht verhandelt worden, wie es weitergehen könnte.

Basis für den „Teilerfolg“, wie Slav Lepenin es nennt, war am Dienstag ein Beschluss des Insolvenzgerichts über die Begründung der Masseverbindlichkeiten. Ein Konzept der Masseverbindlichkeit ist im Rahmen eines Insolvenzverfahrens erforderlich, wenn zur Fortführung der Geschäfte und der Durchführung des Insolvenzverfahrens neue Verbindlichkeiten eingegangen werden müssen. Diesen Gläubigern wird dann gegenüber anderen Insolvenzgläubigern Vorrang eingeräumt.

Nachdem hierfür „grünes Licht“ gegeben worden war, konnte der Betrieb wieder aufgenommen werden. „Wir sind damit komplett handlungsfähig und können nun Vollgas geben“, sagte Lepenin. Konkret bedeute das, das bisher gesperrte Lagerware ausgeliefert werden könne, neue Küchen („soviele wie möglich“) produziert werden. „Die Auftragsbücher für Januar sind gefüllt, wir arbeiten jetzt daran, die Aufträge für die Produktion im Februar hereinzuholen“, ergänzt Manfred van Ginkel.

Parallel laufen die Bemühungen zur Restrukturierung des Unternehmens. Inwiefern es zu Einschnitten für die Belegschaft kommt, bleibt abzuwarten. Mit der Wiederaufnahme des Produktions- und Vermarktungsbetriebs ist ein erster Schritt getan auf einem womöglich langen Weg, aus dem wirtschaftlichen Tal heraus über den Berg zu kommen.

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