Lebensfreude beugt Herzproblemen vor
Bild: Sulz
Hatten im Rahmen der Herzwoche zum Vortrag „Das schwache Herz – Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz“ eingeladen: (v. l.) Rolf Zurbrüggen (VHS), Anna Misztal (Barmer) sowie Dr. Norbert Wistorf (Oberarzt) und Dr. Thomas Dorsel (Chefarzt, beide Kardiologie des Josephs-Hospitals).
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Eingeladen hatte im Rahmen der Herzwoche die Volkshochschule in Kooperation mit dem Josephs-Hospital, der AOK und der Barmer. „Herzschwäche ist ein Thema, das uns alle betreffen kann“, machte Dr. Thomas Dorsel, Chefarzt der Kardiologie des Warendorfer Krankenhauses deutlich. Herz-Kreislauf-Erkrankungen machen in Deutschland rund 50 Prozent der Todesursachen aus. Mit etwa drei Millionen Erkrankten und 300 000 neuen Patienten jährlich ist die Herzinsuffizienz nicht zu ignorieren. Der Kardiologe machte die Besucher im Sophiensaal auf Risikofaktoren aufmerksam: „Rauchen, Stress, Bewegungsmangel, Bluthochdruck, familiäre Vorbelastung, Diabetes mellitus, Übergewicht und ungesunde Cholesterinwerte können zu Herzschwäche führen“, warnte der Experte. Klassische Symptome seien Kurzatmigkeit oder Atemnot beim Treppen steigen oder gar in Ruhephasen, Abnahme der Leistungsfähigkeit, Müdigkeit und Abgeschlagenheit, Einlagerung von Wasser, erkennbar durch Schwellungen an Knöcheln und Unterschenkeln, sowie ein rascher Herzschlag. „Oft werden die Symptome als Alterserscheinungen abgehakt. Das sollte man nicht tun“, riet der Chefarzt. „Lieber einmal mehr einen Arzt konsultieren. Je früher eine Herzschwäche erkannt wird, desto besser.“ Hierfür gebe es viele Mittel: Von der Anamnese über Ultraschall, verschiedene EKG-Verfahren und Echokardiographie bis hin zum Schieben eines Herzkatheters. Beruhigend wirkten die Ausführungen von Dr. Norbert Wistorf: Die Erkrankung sei mittels Medikamenten gut in den Griff zu bekommen. Bei gravierenderen Herzfunktionsstörungen seien mit der Defibrillator- und der Resynchronisations-Therapie große Erfolge zu erzielen. Abschließend gab der Fachmann einige Tipps zur Vorsorge: Normalgewicht erreichen, sich gesund ernähren, regelmäßige Gewichtskontrollen, um mögliche Wassereinlagerungen festzustellen sowie der Verzicht auf Alkohol und Zigaretten brächten schon eine Menge. „Das Wichtigste ist, dass Sie auf sich Acht geben. Bewegen Sie sich!“, forderte Dr. Wistorf. Aktivitäten wie Radfahren, Schwimmen oder Tanzen seien ideal. „Und machen Sie alles mit Lebensfreude! Was sie nicht mit Lebensfreude machen, tut Ihnen nicht gut“, sagte er.

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