Model sticht durch Körperkunst heraus
Bild: Sebastian Bauer
Für eine Karriere als Model hat der 25-jährige Warendorfer Leon Krieft die ersten Schritte bereits getan. Zu Fotoshootings in England und Irland ist er schon gebucht worden.
Bild: Sebastian Bauer

Finger, Arme, Bauch, Hals, selbst den Kopf zieren Tätowierungen. Seit sechs Jahren lässt sich der Warendorfer immer wieder Schriftzeichen, Gesichter und andere Motive unter die Haut stechen. „Das ist wie eine Sucht“, sagt der 25-Jährige und lacht. Eine Sucht, die manchmal auch weh tut: In nur vier Wochen hat ihm der Tätowierer seines Vertrauens Bauch, Hals und Schädel verziert. Dafür waren 35 Stunden im Tätowierstudio nötig. „Besonders am Bauch hat es schon ordentlich geschmerzt“, erinnert sich der selbstständige Eventorganisator, der in der Sommersaison drei Monate auf Mallorca arbeitet.

Model-Karriere ohne Agentur

Doch die Schmerzen haben sich gelohnt, der Warendorfer hat erfolgreich eine Model-Karriere gestartet. Und das ganz ohne Agentur im Nacken. Das Posieren liegt Leon Krieft im Blut. Weil sein Vater Martin Krieft Fotograf ist, musste Leon schon als Kind als Model herhalten. „Da habe ich gelernt, wie man sich vor der Kamera verhält“, erklärt der Warendorfer. Eine gute Schule, die er sich heute zunutze macht. Aus Spaß hat er einige der Bilder seines Vaters bei Facebook online gestellt. „Die positive Resonanz war überwältigend“, sagt der 25-Jährige. Gleich mehrere Fotografen sind auf den jungen Mann aufmerksam geworden.

Zwei von ihnen haben Leon Krieft gleich eingeladen, um mit ihm zu shooten – in der Modemetropole London. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, gesteht der Warendorfer. Denn: Obwohl er sich für die Modewelt interessiert, hat er sich nie Chancen ausgerechnet, selbst einmal ein Teil davon zu werden. „Dafür bin ich einfach zu klein“, erklärt er. Mit 1,74 Metern erreicht er lange nicht die Anforderungen der Modeagenturen, die eine Mindestgröße von 1,83 Metern voraussetzen. Doch sein ungewöhnlicher Körperschmuck öffnete ihm eine Tür nach der anderen.

Im Januar ist Leon Krieft nach London geflogen und zwei Shootings absolviert.  Dank der neuen Bilder waren weitere Fotografen aufmerksam geworden, eine Woche später ging es für den 25-Jährigen nach Irland zu weiteren Shootings in Dublin. „Das hat unglaublich Spaß gemacht“, sagt der Warendorfer. Nicht nur das Posieren vor der Kamera, auch der Kontakt zu Fotografen und Stylisten habe ihm gefallen. „Es ist toll, so viele interessante Menschen und Kulturen kennenzulernen“, nennt Krieft nur einen von vielen Gründen, warum er gern die ganze Welt bereisen möchte – am besten als Model.

Zur Fashion-Week in Belfast

Dass Leon Krieft bereits London erobern konnte, ist ein erster Schritt auf seinem Weg zum gefragten Tattoo-Model. „Mein Traum wäre natürlich, in New York zu leben und zu arbeiten, aber dafür bräuchte ich wahrscheinlich eine internationale Agentur“, sagt der Warendorfer. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Bislang seien all seine Auftraggeber auf ihn zugekommen, ein richtiges Casting hat Leon Krieft noch nicht durchlaufen. 

Seine Zukunft sieht der 25-Jährige im Ausland. „Dort stehen die Kunden auf Exoten wie mich. Deutschland ist noch nicht so weit“, erklärt Krieft. Vor allem England hat es ihm angetan. „Die Menschen dort sind offen für Neues und brechen mit den gängigen Klischees.“ Deshalb ist er besonders stolz darauf, dass er bereits jetzt einen weiteren Auftrag an Land ziehen konnte. Im November wird er auf der Fashion Week in Belfast auf dem Catwalk zu sehen sein. Dort wird er bei einer Tattoo-Show die Mode einer jungen Designerin präsentieren. „Vielleicht ist das mein Sprungbrett in die internationale Modewelt“, hofft Leon Krieft.

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