Neubau für Zustellzentrum der Post
Bild: Architekten Spiekermann
Die Pläne für den neuen Zustellstützpunkt der Deutschen Post auf dem Grundstück Am Holzbach/Am Salzgraben hat das Beelener Architekturbüro Spiekermann entworfen.
Bild: Architekten Spiekermann

Der Zuwachs im Paketgeschäft macht es notwendig. Das erklärte Stefan Homering, Leiter des übergeordneten Zustellstützpunkts Münster, am Montag in Warendorf aus Anlass des ersten Spatenstichs.

In Warendorf arbeiten 70 Mitarbeiter für die Postzustellung in bis zu 50 Zustellbezirken in allen Ortsteilen von Warendorf und Sassenberg sowie Beelen. Sie werden ab dem kommenden Jahr sukzessive mit Street-Scootern ausschwärmen. Das sind in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Aachen entwickelte und von einem posteigenen Unternehmen selbst in Serie gebaute Elektro-Transporter, die die gelben VW-Bullis oder Caddys ablösen werden. Deswegen sind auch gleich Elektro-Ladestationen beim Neubau mit eingeplant.

Etwa zehn Millionen Briefsendungen und 750 000 Pakete im Jahr sollen in den beiden Hallen verarbeitet werden. Die Paketzustellung werde wegen des Zuwachses bei Online-Bestellungen immer wichtiger, sagte Pressesprecher Rainer Ernzer.

Privatinvestoren bauen, Post mietet

Ein dickes Paket haben auch Hermann Hankemeier und Hermann-Josef Serries (HS GmbH) geschnürt. Sie sind die privaten Investoren für den nach Angaben von Hankemeier rund 2,5 Millionen Euro teuren Neubau. Ein längerfristiger Mietvertrag mit der Deutschen Post soll das Investment rentierlich machen. Das Gebäude wird im hinteren Bereich des Grundstücks angesiedelt, südlich anschließend an das Firmengelände Soma (Am Holzbach), sodass der zur Straße „Am Salzgraben“ gelegene, etwa 7000 Quadratmeter große Teil des Serries-Grundstücks frei für eine andere Gewerbebebauung bleibt. Die Zufahrt erfolgt über eine Stichstraße vom Salzgraben aus.

Ein Schallschutzgutachten bestätige, dass es trotz der nächtlichen Andienung des neuen Postgebäudes keine unzumutbaren Belastungen der Nachbarn geben werde, sagte Architekt Oliver Spiekermann. Dass er ein halbes Jahr auf die Baugenehmigung warten musste, lag unter anderem an dem langen Vorlauf für eine Bodenuntersuchung durch den Kampfmittelräumdienst. Gefunden wurde nichts – nicht einmal eine Briefbombe.

Planer und Bauherr hoffen, dass das Gebäude in sechs Monaten bezugsfertig sein wird. Das würde auch der Post gut passen, denn für das Paketgeschäft vor Weihnachten würde sich mehr Platz im ZSP gut machen.

Zahlen & Fakten

Der neue Zustellstützpunkt der Deutschen Post wird auf einem 7116 Quadratmeter großen Grundstück errichtet. Die bebaute Fläche beträgt 1930 Quadratmeter, (umbauter Raum 9750 Kubikmeter), die Nutzfläche des Gebäudes beläuft sich nach Angaben der Architekten Spiekermann auf 1350 Quadratmeter. Entstehen werden dort die Verladung, zwei getrennte Hallen für die Brief- und die Paketsortierung sowie ein Sozialtrakt (Toiletten, Umkleiden, Aufenthalts- und Multifunktionstraum). Weitere rund 1400 Quadratmeter werden mit Asphalt und Beton versiegelt. Der Dachüberstand beträgt bis zu fünf Meter, sodass die Verladung wettergeschützt stattfinden kann. Die Halle wird in Stahlskelettkonstruktion gebaut und die Fassaden (Isopaneelen) werden in der Farbe anthrazit gestaltet. Die Isolation erfolgt nach neuesten Standards. Die Zufahrt erfolgt von der Straße Am Salzgraben aus über eine 125 Meter lange Stichstraße mit Wendehammer (1300 Quadratmeter befestigte Asphaltfläche).

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