Positive Effekte – negative Folgen
Junge Filmemacher: (h. v. l.) Lilith Wiechers, Katharina Berger, Julia Mester, Anika Peitz, Cindy Hilpert und Madlen Werner sowie (v. v. l.) Projektleiterin Steffi Köhler, Younes Greßhake, Bjørk Reinshagen, Julia Plociennik, Shaqir Shahini und Marten Ole Wiese.

Sie haben aufgezeigt, welche positiven Effekte, aber auch welch negative Folgen die Mediennutzung mit sich bringen kann. Entstanden sind die beiden Kurzfilme im Rahmen des Projekts „Was ist hier los?“ in Trägerschaft des Vereins für Freizeitservice und Jugendarbeit in Warendorf (VFJ), das mit der Initiierung eines Kandidatenbattles zur Bürgermeisterwahl 2015 seinen Anfang genommen hatte. Im vorigen Jahr hat es in Kooperation mit Stadt und Kreisjugendamt erstmals eine Video-AG mit Schülern der Gesamtschule – damals zum Thema „Generationen, Orte und Flüchtlinge“ – gegeben; die Neuauflage mit zwei Gruppen stand unter dem Leitwort „Soziale Netzwerke und Medien“.

Erniedrigungen, Beleidigungen Verunglimpfungen – in sozialen Netzwerken geht es bisweilen alles andere als sozial zu. Davor wollten auch die an dem Video-Projekt teilnehmenden Jugendlichen die Augen nicht verschließen. Intensiv haben sie sich mit der Problematik des Cybermobbings auseinandergesetzt. Entstanden ist ein beeindruckender Film, der nicht nur an der Oberfläche kratzt, sondern in die Tiefe geht. Bei der Vorstellung der Videoproduktionen im Rahmen der jüngsten Sitzung des städtischen Sozialausschusses am Dienstag im Jugendzentrum HoT zeigten sich die Zuschauer aus Politik, Verwaltung und Schule begeistert. Der spontan mehrfach geäußerte Wunsch, die Filme einem breiten Publikum zugänglich zu machen, ist allzu verständlich.

Die zweite AG-Gruppe hatte für ihren Beitrag die Überschrift „Lerneffekt und Beteiligung“ gewählt. Was mit dem zunächst eher sperrig wirkenden Titel gemeint war, wurde schnell deutlich.

In gespielten Szenen bringen die jungen Filmemacher zum Ausdruck, dass Konflikte zwischen Erwachsenen (Eltern) und den Heranwachsenden in puncto Mediennutzung an der Tagesordnung sind. Dass alle Generationen aus der digitalen Welt einen Nutzen ziehen können, wird aber ebenso deutlich: Ein Schüler löst sein Mathematik-Problem mittels Lernvideo; die anfangs nörgelnde Mutter findet wertvolle Haushalttipps im Netz.

Angereichert haben die jungen Videokünstler ihre Arbeiten mit Interviews, die sie mit Passanten in der Warendorfer Fußgängerzone geführt haben; Texteinblendungen, Variationen in der Bildschärfe, passende Vertonung und ein flotter Bildschnitt machen die Filme zum Sehvergnügen. Dass die Video-AG zu einer festen Einrichtung werden soll, wird vor diesem Hintergrund von Schule, Politik und Verwaltung ausdrücklich begrüßt. Kreisjugendamtsleiter Wolfgang Rüting und Stadtjugendpfleger Ansgar Westmark betonten, dass es erklärtes Ziel sei, „jungen Menschen mehr Raum zur aktiven Beteiligung“ zu geben. „Wir wollen Jugendliche mehr in Verantwortung bringen“, sagte Rüting. Westmark verwies in diesem Zusammenhang auf Projekte wie die Einrichtung eines Jugendparlaments und eines Jugendnachrichtensenders, über deren Realisierung aktuell nachgedacht werde.

Die Arbeiten an den Filmprojekten haben – von der Konzeptentwicklung über die Dreharbeiten bis zum fertigen Schnitt – eine Woche Zeit in Anspruch genommen. Neben den teilnehmenden Schülern galt der freiberuflich tätigen Medientechnikerin Steffi Köhler für die Betreuung und Realisation ein besonderer Dank.

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