Rathaus-Echo: FWG-Fraktion
Im Warendorfer Rathaus-Echo äußern sich die fünf Ratsfraktionen wöchentlich zu aktuellen Themen.

Derzeit beschäftigen sich die Fraktionen im Stadtrat mit dem Haushaltsentwurf für 2018. Dort werden nicht nur die für 2018 geplanten Ausgaben aufgeführt; es wird auch prognostisch bis ins Jahr 2024 geschaut.

Im Jahr 2024 ist beispielsweise ein Haushaltsansatz für einen Kunstrasenplatz in Hoetmar zu finden. Ob so ein später Zeitpunkt tatsächlich sachgerecht ist, darüber werden wir uns im politischen Raum unterhalten müssen. Positiv zu bewerten ist, dass wir 2018 endlich mit einem Angebot für Bauwillige an den Markt gehen können. Aus den Fehlern der Vergangenheit müssen wir zukünftig aber lernen. Neben der Nachverdichtung von Grundstücken im Stadtgebiet müssen wir als Stadt Flächenvorsorge betreiben. Das bedeutet: Wir müssen bei Gelegenheit nutzbare Flächen ankaufen. Nur so können wir in Zukunft schneller auf Bedarfe reagieren.

Was uns aber noch auffällt: Es sind keine, für uns zwingend erforderliche, Zukunftsprojekte in Planung. Wo sind zum Beispiel die Ideen und Konzepte für eine Sanierung des Hallenbades und den Neubau eines Lehrschwimmbades? Insbesondere beim Lehrschwimmbad ist es kaum mehr nachzuvollziehen, warum mit den Verantwortlichen und Unterstützern nicht schon längst Tacheles gesprochen wurde. Entscheidungen werden nicht dadurch besser, dass man sie nicht trifft. Auch Totschweigen ist keine Lösung! Das Hin- und Herschieben der Verantwortung von Verwaltung auf Politik und umgekehrt ist einfach nur peinlich. Aus unserer Sicht gibt es keine Zukunft für das jetzige Lehrschwimmbad. Umso wichtiger ist es, endlich ein Konzept für die Zukunft zu erarbeiten. Wir brauchen als Stadt des Sports ein Bäderkonzept, welches den Neubau eines funktionalen Lehrschwimmbades mit der bedarfsgerechten Sanierung des Hallenbades verbindet. Dazu gehört auch, mit den Entscheidungsträgern bei Land und Bund über die finanziellen Fördermöglichkeiten zu sprechen.

Daneben fehlt für Warendorf auch ein Konzept zur Elektromobilität. Elektrofahrräder boomen. Wir liegen als Stadt am Emsauenradweg und sind touristisch erschlossen. Prognostisch werden wir zukünftig ebenfalls mehr vierrädrige Elektrofahrzeuge in Warendorf haben. Dafür sollten wir schon jetzt durch ein entsprechendes Konzept Vorsorge treffen. Hierzu zählen Ladestationen und entsprechend ausgewiesene Parkplätze. Auch die geförderten Bürgerbusinitiativen der Stadt könnten mit einbezogen werden. Was in den Niederlanden bereits Standard ist, wird in Warendorf noch nicht einmal geplant. Vielleicht wäre auch eine erneute Förderung für Erdgasfahrzeuge durch die Stadtwerke Warendorf eine zusätzliche Möglichkeit, klimapolitisch Flagge zu zeigen.

Diese Beispiele lassen sich noch ergänzen. Auch wenn die Stadtverwaltung viel zu tun hat: Wir müssen uns für die Zukunft rüsten. Andere Städte und Gemeinden machen uns vor, dass es funktioniert. Deswegen ist mein Wunsch an Bürgermeister und die Verwaltungsspitze: Seid Ideengeber und Initiator! Die Warendorfer Bürger werden es euch danken

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