Zaineb fliegt gesund zurück in den Jemen
Bild: Oelgemöller
Der Abschied rückt näher: Nach zwei Jahren müssen sich (v. l.) Annegret Bäumer (ehemals Sekretärin von Dr. Doht), Schwester Christiane Teeke (Stationsleitung), Zaineb und Dr. Rolf Doht voneinander verabschieden. Denn Sonntag fliegt Zaineb zurück zu ihrer Familie in den Jemen.
Bild: Oelgemöller

„Ich bin dankbar für alles“, sagt Zaineb, „für wirklich alles!“ Die Elfjährige wohnte während der gesamten Zeit auf Station 2a im Warendorfer Josephs-Hospital – in einem eigenen Zimmer, „mit ganz vielen Kuscheltieren und typischen Mädchendingen“, sagt Dr. Rolf Doht. Er hat Zaineb in den vergangenen zwei Jahren gemeinsam mit Prof. Dr. Michael J. Raschke von der Uniklinik Münster mehrmals erfolgreich operiert, um den Knochendefekt an Zainebs linkem Unterschenkel zu beheben.

„Als sie zu uns gekommen ist, konnte sie nicht auftreten und war im Jemen schon mehrmals erfolglos operiert worden“, erklärt er. „Und als ich sie zuletzt in der Schule besucht habe, ist sie so wild über den Schulhof gesprungen, dass ich Sorge hatte, dass etwas passiert.“ Doch die letzte Röntgenaufnahme von Mittwoch zeigt, was Zaineb spürt: Das Bein ist in Ordnung und voll belastbar.

Und auch wenn Schwester und Stationsleiterin Christiane Teeke sich gemeinsam mit vier weiteren Krankenschwestern intensiv um Zaineb gekümmert hat, sie ins Bett gebracht und geweckt, mit ihr Ausflüge nach Hamburg, Köln und an die Nordsee gemacht haben und Zaineb viele Freunde gefunden hat, ist nun die Zeit gekommen, dass die Elfjährige zurück zu ihrer Familie fliegt.

Liebe zur Familie größer als die Angst

Dass die Situation im Jemen nicht mit der in Deutschland zu vergleichen ist, weiß die Elfjährige. „Natürlich habe ich ein bisschen Angst, aber die Liebe zu meiner Familie ist größer als die Angst vor dem Krieg“, sagt sie. Zur Erinnerung an ihre Zeit im Josephs-Hospital und in Warendorf wird Zaineb viele Fotos mitnehmen. In der Josefschule hat sie zum Abschied von ihrer Klasse ein Armband bekommen und für ihre Familie hat sie ein paar Geschenke besorgt.

In welcher Form der Kontakt nach Warendorf bestehen bleiben kann, mag zum Abschied niemand mutmaßen. „Das Wichtigste ist, dass sie gesund und als starke Persönlichkeit zurück in ihre Familie und in ihre Heimat gehen kann“, sagt Dr. Rolf Doht. Und vielleicht kehrt Zaineb irgendwann einmal wieder nach Deutschland zurück – das ist zumindest ihr derzeitiger Wunsch. „Denn wenn ich groß bin, möchte ich hier studieren und Chirurgin oder Kinderärztin werden“, sagt sie selbstbewusst.

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