Mit der Gefahr eines Cremetörtchens
Männer, die auf den Ball starren: Ahlens Justin Perschmann (r.) und Halterns Marvin Schurig zeigen ungewöhnliches Zweikampfverhalten. Leider für RWA der Regelfall.

Auf jeden Fall, wenn man RW Ahlen heißt, das dieses Mal beim TuS Haltern mit dem 0:3 eine wahrhaft bescheidene Leistung ablieferte und für das Versagen jedes Mannschaftsteils ausnahmsweise nicht dem Unparteiischen verantwortlich machen konnte. „Nee, der war überragend“, faucht Trainer Erhan Albayrak, und findet das gar nicht witzig.

Denn „Überragendes“ hat er seinem Team an diesem Sonntag nicht gesehen. „Haltern spielt kick’n’rush, zieht sich zurück und wir bewegen uns nicht“, war Albayrak an der Seitenlinie machtlos, um einer müden Mannschaft auch nur ein bisschen Leben einzuhauchen. Die Idee, mit Ota und dem Neueinsteiger Hoti über die Flanken in der Mitte Ivancicevic zu bedienen, war in der Praxis nicht zu erkennen.

Wenigstens Engjell Hoti zeigte gute Ansätze, die aber im Komplettversagen in eben diesen stecken blieben. Weder das Mittelfeld und schon gar nicht die Defensive stellten sich den Gastgebern in den Weg, die es allzu leicht hatten, mit dem starken Oerterer (14.), Eisen (24.) und Pöhlker (76.) Abstimmungsprobleme und zaghaftes Standspiel leichten Fußes mit dem 3:0 auszunutzen.

RW Ahlen, das in der ersten Hälfte mit Hoti (Außennetz), Yilmaz (daneben) und Witt (gehalten) wenigstens noch ein paar Chancen hatte, bewies nach der Pause die Gefährlichkeit eines Cremetörtchens und verwaltete den Rückstand, der nur deshalb nicht anwuchs, weil Haltern – immer einen Tick aggressiver und schneller – gegen den klar unterlegenen Gast selbst fahrlässiger wurde.

 „Wir haben Angst gezeigt, tja, und das wird dann schamlos ausgenutzt“, sieht Albayrak seine Mannschaft nun doch noch den ersten Schritten im Staub liegen. Am Start erkennt man den Sieger, den Verlierer aber auch.

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