Oh Mann: SuS-Reihen schließen sich
Bild: Kreisel
Ennigers neuer Trainer Markus Mann will am Börgerskamp „fördern und fordern“.
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„Wir wollen uns jetzt irgendwie in die Winterpause retten, und dann sehen wir, was geht“, will der Nachfolger von Carlos Castilla seine Mannschaft in die neutrale Ecke retten, um dann neue Kräfte zu sammeln. Denn nichts hat sich in Enniger geändert, seitdem Castilla vor drei Wochen entnervt aufgab: dem 2:3 gegen Benteler – nach 2:0-Führung – folgten die 2:9- und 1:6-Schlappen gegen die Neubeckumer Teams.

Nichts, was Mann jetzt schon aufregen würde – noch nicht. Denn der Trainer wusste von Anfang an, was da für eine Aufgabe auf ihn zukommen würde. Gerade hatte er für die Zweite zugesagt, da wurde auch der Chefsesel bei der ersten Garde frei, und er sollte in der Not aushelfen. „Da bin ja Sportsmann“, sagte er zu, und krempelt jetzt die Ärmel hoch für den Abstiegskampf.

Die Probleme in Enniger liegen auf der Hand: mangelhafte Trainingsbeteiligung, zudem viele Verletzte und deshalb kaum noch Kraft und Kondition fürs Wochenende. Mann setzt jetzt also darauf, alles was laufen kann, neu zusammenzutrommeln. Seine Reserve aus der Kreisliga C, inklusive Alter Herren muss mit ran, und bis zum Winter sollten auch die Verletzten wieder langsam ihre Runden drehen können.

„Das Vereinsgefüge hier ist beeindruckend, und der Mannschaftsrat wird mich auch unterstützen“, glaubt Mann, der als ehemaliger SuS-Jugendtrainer im Winter zudem noch ein paar A-Junioren hochziehen will. „Da sind einige Raketen dabei“, weiß er, dass er mehr nicht tun kann.

Außer vielleicht noch das Training optimieren. „Fordern und fördern“, lautet sein Motto. „Ich packe die Spieler sicher nicht in Watte, aber als Trainer bist du heute Oma, Opa, Mama, Papa und Psychologe zugleich“, sind die guten alten Zeiten vorbei, als noch einfacher Konkurrenzkampf zur Motivation ausreichte. „Das Druckmittel gibt es nicht mehr“, weiß Mann, der seinen Jungs stattdessen nicht nur eine neue defensive Raumdeckung verordnet hat, sondern auch noch den Spaß in den kommenden kalten und dunklen Übungseinheiten nicht zu kurz kommen lässt.

„Bei uns gibt es immer noch was zu Lachen“, betont Markus Mann. Aber erst die nächsten Wochen werden zeigen, ob es wieder ein Vergnügen ist, in Enniger zu spielen, oder ob es doch eher Galgenhumor war.

Zwei Jahre noch nötig

Auch der Vorstand des SuS Enniger spielt auf Zeit, um den Weg aus dem Keller zu finden. „Wir brauchen schon noch zwei Jahre, um wieder eine schlagkräftige Truppe zu haben“, schätzt Abteilungsleiter Daniel Richter und kann nur hoffen, dass es den Traditionsverein bis dahin nicht schon erwischt.

Zur Winterpause und dann wieder im Sommer will man Zwischenbilanz ziehen und sehen, ob die Maßnahmen Manns geholfen haben, einen eigentlich 40 Mann starken Kader wieder auf echte Sollstärke zu bekommen. „Wir würden sicher gerne auch mit Markus Mann weitermachen“, sagt Richter, aber beide Seiten wollen erst einmal abwarten, die Resultate analysieren und danach über die weitere Zusammenarbeit entscheiden.

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