Premierensammler ohne  festen Wohnsitz
Frank Blumenfeld (l.) mit Streckensprecher Jochen Heringhaus

 Das lange Wochenende war für den 46-Jährigen ein sehr erfolgreiches, denn am Donnerstag in Koblenz beim 1. Halloweenlauf und am Freitag in Stieghorst beim 1. Baderbach-Schätzlauf hatte Blumenfeld bereits zwei Läufe zu seiner Liste hinzugefügt. „Ich möchte ins Guinness-Buch der Rekorde, doch für die letzte Ausgabe hatten die schon zu viele Sportleistungen“, hofft Blumenfeld auf das nächste Jahr.

Das ist aber nur die eine Geschichte, die Frank Blumenfeld, der am Sonntag nach 1:50 Stunden auf Platz 188 im LAZ Nord ins Ziel lief, zu erzählen hat.

Die viel persönlichere Seite des Kölners ist die Tatsache, dass er ohne festen Wohnsitz ist. Krankheitsbedingt arbeitslos geworden und in Hartz IV gerutscht, verlor Blumenfeld seine Wohnung und ist seit 26 Monaten und gut 400 Besichtigungen erfolglos auf der Suche nach einem neuen Zuhause.„So wie derzeit 384 000 Menschen in Deutschland“, sagt Blumenfeld, der trotz aller Bemühungen und Bittgesuchen bei Behörden und Politikern in Köln eine Absage nach der anderen erhält.

Aktuell soll Blumenfeld keine weitere Verlängerung mehr für Obdachlosenhotels bekommen. „Die Zustände dort sind katastrophal, aber wenn ich dort nicht mehr nächtigen kann, dann lande ich unter der Brücke“ sagte er. Auch gesundheitlich ist der 46-Jährige wegen Skoliose und Bandscheibenvorfällen stark angeschlagen.

 „Ohne das Laufen würde ich im Rollstuhl sitzen und hätte wahrscheinlich schon ganz aufgegeben“, gibt Blumenfeld zu.

Frank Blumenfeld berichtet über sein Schicksal unter http://flowerfie1.square7.ch/

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