Ralf Ruppert spult 682 Kilometer ab
Meisterten außergewöhnliche Ausdauerleistungen: Petra Holtmann-Wibberich und Ralf Ruppert (beide LG Oelde/Wadersloh).

Bereits bei der Ankunft am Vortag des Starts erhielt er einen Eindruck von der Freundlichkeit seiner Gastgeber, der tollen Stimmung sowie der fast perfekten Organisation. 78 Aktive nahmen um 12 Uhr ihre 144 Stunden dauernde Lauf-Mission auf. Nun galt es, so viele Kilometer wie möglich auf dem 900-Meter-Rundkurs abzuspulen.

Ruppert hatte sich für seinen ersten Sechs-Tage-Lauf eine ausgeklügelte Taktik zurechtgelegt. Genügend Ess- und Trinkpausen sowie einige Stunden Ruhe in der Nacht waren eingeplant. Nur die letzte Nacht sollte schlaflos bleiben. Die persönlichen Vorgaben zahlten sich aus. Die Temperaturen waren mit 20 bis 25 Grad im läuferfreundlichen Bereich. Auch während der Nacht blieben frostige Stunden aus.

Ruppert lief ein ausgeglichenes Rennen und hatte nur am zweiten Tag mit Magenproblem zu kämpfen. Dank hervorragender und vielfältiger Verpflegung waren die Probleme nach einigen Stunden jedoch behoben.

Für Ruhepausen standen kleine Bungalows für zwei bis drei Läufer zur Verfügung. Der LG/OW-Sportler lief meistens bis Mitternacht durch, um sich nach einer Dusche einige Stunden hinzulegen. „Man entwickelt einen gewissen Rhythmus“, erklärt Ruppert die Routine während des Wettkampfes.

Sobald einer der Extremsportler eine weitere Hunderter-Kilometer-Marke geknackt hatte, wurde dies vom Orga-Team und den Zuschauern frenetisch gefeiert.

Auch der erfahrene Ruppert blieb von Durchhängern nicht ganz verschont. Gerade gegen Ende stellten sich einige Motivationsprobleme ein. Diese wurden aber dank zahlloser SMS und aufmunternde Facebook-Kommentare aus der Heimat schnell gelöst. „Die Unterstützung war toll“, sagte der LG-OW-Athlet.

Ursprünglich wollte Ruppert die 600-Kilometer-Marke erreichen. Weil es zwischenzeitlich hervorragend lief, rückten aber sogar 700 Kilometer in greifbare Nähe. Muskuläre Probleme in den letzten Stunden verhinderten jedoch ein konstant zügiges Tempo in der Schlussphase. Mit seiner Gesamtleistung von 682,31 Kilometern war er dennoch überglücklich und trug entscheidend zum zweiten Platz Deutschlands hinter Frankreich in der Mannschaftswertung bei.

In der Einzelwertung errang Ruppert einen ebenfalls bemerkenswerten 19. Rang.

Im Laufschritt durch Pfälzer Weinberge

Jüngst haben Ralf Ruppert und Petra Holtmann-Wibberich (LG Oelde/Wadersloh) in den Pfälzer Weinbergen den 7. Kleinkarlbacher Sechs-Stunden-Lauf auf einem knapp 2400 Meter langen Rundkurs absolviert.

Mit 35 bis 40 Höhenmetern pro Runde war die Streckenführung zudem anspruchsvoll. Ein langer Anstieg sowie eine Bergabpassage mit 16 Prozent Gefälle ließen die Beine schwer werden. Ruppert befindet sich nach seinem Deutschlandlauf im Sommer erst im moderaten Trainingsaufbau und lag daher mit seinem Resultat von 53,19 Kilometern im guten Bereich.

Für Holtmann-Wibberich war es nach längerer Zeit der erste Lauf jenseits der Marathongrenze, so dass sie mit gelaufenen 48,20 Kilometern zufrieden war.

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