SC Verl gibt den Sieg noch aus der Hand
Bild: Dünhölter
Torschützen unter sich: Zweimal egalisierte Cihan Özkara (r.) einen Rückstand des SC Verl, doch den letzten Treffer erzielte Rödinghausens Daniel Flottmann zum 3:3-Endstand.
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Die Serie hat gehalten. Auch im zehnten Spiel in Folge ist Fußball-Regionalligist SC Verl unbesiegt geblieben. Dennoch überwogder Frust an der Poststraße, denn das Capretti-Team konnte eine 3:2-Führung gegen den Tabellendritten SV Rödinghausen nicht über die Zeit bringen. In der Nachspielzeit erzielte Daniel Flottmann noch den Ausgleichstreffer für die Gäste. Immerhin wahrten die Schwarz-Weißen ihren Heimnimbus und sind zuhause weiterhin ungeschlagen.

„Ich habe ein Déjà-vu – das ist ja wie bei unseren Spielen gegen RW Oberhausen und RW Essen“, stufte SCV-Trainer Guerino Capretti den späten Ausgleichstreffer als „mega ärgerlich“ ein. Mit dem Resultat zeigte er sich überhaupt nicht einverstanden, mit dem Auftritt seiner Mannschaft hingegen schon. „Wir haben zweimal einen Rückstand aufgeholt, die Partie dann sogar gedreht. Die Mannschaft hat immer an sich geglaubt und nie aufgesteckt“, sah Capretti die gute Arbeit der vergangenen Wochen bestätigt.

Im Vergleich zum Derby gegen den SC Wiedenbrück am vergangenen Freitag stellte Verls Trainer um. Cihan Özkara spielte neben Viktor Maier in der Sturmspitze an, dafür rückte Jan Lukas Liehr an die Seite von Bastian Müller auf die Doppelsechs. „Eine Verletzung hatte ihn zurückgeworfen, aber heute hat Cihan ein super Spiel gemacht“, lobte Capretti seinen Torjäger. Denn Özkara war es, der die Rückstände nach Treffern von Simon Engelmann (6.) und Björn Schlottke (37.) jeweils ausglich (21., 46.).

„Im ersten Durchgang haben wir Rödinghausen zu viel Bewegungsfreiheit gegönnt“, räumte SCV-Kapitän und Innenverteidiger Julian Schmidt ein, „dafür hatten wir in der zweiten Halbzeit die besseren Chancen“. Sechs Minuten nach seiner Einwechslung nutzte Matthias Haeder eine dieser Situationen und brachte die Hausherren nach Zuspiel von Cinar Sansar mit 3:2 in Führung.

In der Offensive harmlos und defensiv zaghaft

Den Sieg hätte der eingewechselte Daniel Schaal eintüten können. „Aber der Ball titschte auf und versprang“, erklärte Schaal, weshalb er in der 90. Minute verzog. Schiedsrichter Max Krämer hatte gerade drei Minuten Nachspielzeit angezeigt, da schlug Daniel Flottmann zum Entsetzen des Verler Anhangs mit dem Treffer zum 3:3 zu.

In der Offensive zu harmlos, in der Abwehr in den entscheidenden Momenten mit dicken Fehlern: Der SC Wiedenbrück hat den Siegeszug des KFC Uerdingen nicht stoppen können und musste dem aufstrebenden Traditionsclub nach der 1:2 (0:1)-Niederlage zur Herbstmeisterschaft gratulieren. Vom Start weg hatte der KFC deutliche Vorteile in Sachen Ballbesitz, doch der SC Wiedenbrück im 4-2-3-1-System war in der Anfangsphase präsent in den Zweikämpfen und hielt den Spitzenreiter so zunächst von seinem Tor fern.

Doch schon jetzt offenbarte sich eines der gravierendsten Probleme an diesem Abend: Auch die seltenen Vorstöße der Gäste blieben komplett harmlos und prallten an der souveränen Abwehrreihe des KFC ab. In der 26. Minute machte Wiedenbrück schließlich den ersten großen Fehler – und der wurde prompt bestraft. Der starke Florian David Rüter startete auf der rechten Seite durch, durfte ungehindert in die Mitte spielen, wo der ebenfalls komplett freie Oguzhan Kefkir zum 1:0 für den KFC einschoss.

Nun hatte die Mannschaft von Björn Mehnert einige Probleme, bis zum Seitenwechsel hätten Marcel Reichwein per Kopfball (36.) und Rüter per Schuss (39.) für den Tabellenführer erhöhen können. Bisheriger Höhepunkt aus Wiedenbrücker Sicht: In der 35. Minute räumte Robin Twyrdy den heranstürmenden Rüter kurz vor dem Strafraum kompromisslos, aber fair ab. Wenn er und seine Kollegen in der ersten Hälfte immer so energisch zu Werke gegangen wären, hätte der Rückstand verhindert werden können.

In der 55. Minute folgte der nächste Patzer des SCW: Nach einer Hereingabe von Christian Dorda behinderten sich Torwart Marcel Hölscher und Marvin Büyüksakarya gegenseitig und der Ball kullerte zum verdutzten Marcel Reichwein, der in aller Seelenruhe einschieben konnte. Damit war Wiedenbrücks Niederlage praktisch schon besiegelt. Immerhin: Viktor Maier zirkelte in der 72. Minute einen Freistoß ins Tor und beendete damit die beeindruckende Serie der Hausherren, die zuvor neunmal in Serie zu Null gespielt hatten.

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