SC Verl verpasst Sieg an Hafenstraße
Bild: Dünhölter
Sein Tor reichte nicht: Gianluca Marzullo (l.) traf für den SC Verl beim Auswärtsspiel in Essen zum 1:0, doch die Gastgeber glichen kurz vor Schluss noch aus.
Bild: Dünhölter

410 tapfere Zuschauer sahen an diesem verregneten Samstagnachmittag im Jahnstadion eine Begegnung, die mitunter zwar durchaus abwechslungsreich war, der am Ende aber doch etwas Wesentliches fehlte: die Tore. „Aber ich denke, wir haben hier ein gutes 0:0 gesehen, von den Chancen her hätte es auch 3:3 ausgehen können“, sagte Wiedenbrücks Trainer Björn Mehnert nach dem Remis seines SCW im Heimspiel gegen die zweite Garde von Fortuna Düsseldorf. Mit Blick auf die Gesamtsituation fügte Mehnert noch hinzu: „Wir stehen nach elf Spieltagen sehr ordentlich da.“ Eine durchaus zutreffende Einschätzung: Mit nun 18 Zählern ist Wiedenbrück sogar auf den dritten Platz gehüpft. Allerdings: Die Partie des SV Rödinghausen, jetzt Vierter, beim Bonner SC wurde am Samstag abgesagt.

Anfangsphase geht an Düsseldorf

In der Anfangsphase hatte der SCW zunächst gehörige Probleme: In der dritten Minute traf Düsseldorfs Shunya Hashimoto sogar, das Tor wurde jedoch aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition nicht anerkannt. In der sechsten und achten Minute hatte Hashimoto das 0:1 erneut auf dem Fuß, doch zunächst klärte Torwart Marcel Hölscher, dann rettete ein Fuß auf der Linie. Nach zehn Minuten fanden die Hausherren besser in die Partie. Das hatte zwei gute Chancen zur Folge: Zunächst wurde ein Celik-Kopfball von Fortuna-Schlussmann Tim Wiesner pariert (16.), später streifte ein Yildirim-Schuss nur knapp am langen Pfosten vorbei (32.).

„Das darf uns nicht passieren“

Im zweiten Durchgang war der SC Wiedenbrück bemüht, mehr Struktur in seine Offensivaktionen zu bekommen, doch abgesehen von zwei abgefälschten Schüssen von Viktor Maier (73.) sowie Antonyos Celik (90.+1) blieb dieses Unterfangen erfolglos. Auch von Düsseldorf kam lange nichts, ehe es in der Nachspielzeit noch einmal richtig brenzlig wurde. Nach einer Ecke der Gastgeber setzte die Fortuna zum Konter an und Oliver Zech musste gegen Kaito Miyake mit einem taktischen Foul dazwischengehen, um Schlimmeres zu verhindern. „Das darf uns natürlich nicht passieren“, sagte Trainer Mehnert zu dieser beinah folgenschweren Szene.

SC Verl: Ausgleich kurz vor Schluss

Der SC Verl sah bei seinem Gastspiel an der Hafenstraße bereits wie der sichere Sieger aus, ehe die schwer taumelnden Hausherren von RW Essen vor 9677 Zuschauern doch noch einen Punkt retteten. In der Schlussminute köpfte Robin Urban den Ball nach einem Freistoß von der halbrechten Seite an den Rücken von Mehmet Kurt, von wo aus die Kugel erst an den Innenpfosten und dann ins Tor flog. „Wenn man nach einem 1:1 in Essen enttäuscht vom Platz geht, sagt das doch alles“, erklärte Verls Kapitän Julian Schmidt kurz nach dem Abpfiff.

Marzullo erzielt die Führung

Der SC Verl machte, gestärkt durch zwei Siege in Folge, bei dem Favoriten ein richtig gutes Spiel, dominierte das Geschehen und ließ defensiv kaum etwas zu - kein Zweifel, die drei Punkte wären für das Team von Guerino Capretti nicht unverdient gewesen. Bereits zur Pause wurde RWE-Trainer Sven Demandt von den Essener Fans lautstark angezählt, nach der Führung für die Gäste nahmen die Unmutsbekundungen noch einmal zu. In der 59. Minute stocherte Gianluca Marzullo den Ball nach einer Choroba-Flanke über die Linie. Zur großen Freude des Sportclubs, zum großen Entsetzen des Anhangs von RWE. Ob das späte 1:1 die Stimmung an der Hafenstraße nachhaltig verbessert, darf indes bezweifelt werden.

Die kompletten Analysen sowie weitere Reaktionen zu den Partien des SC Wiedenbrück und SC Verl am elften Spieltag der Fußball-Regionalliga lesen Sie am Montag, 2. Oktober, in der „Glocke“.

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