SCP spielt in Rietberg mit den Muskeln
Bild: Nieländer
Nicht zu stoppen: Paderborns Stürmer Koen van der Biezen erzielte beim 15:0-Sieg des SCP bei Viktoria Rietberg sieben Tore.
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„Geht auf den Platz und habt Spaß“, hatte Rietbergs Trainer Tim Brinkmann seiner Landesliga-Mannschaft für das Duell mit dem Drittligisten mit auf den Weg gegeben. Doch das mit der Freude sollte sich ziemlich schnell erübrigen. Bereits in der vierten Minute verwertete Aykut Soyak eine Hereingabe von Matthias Stingl zum 0:1, nur zwei Minuten später flankte der sehr auffällige Darryl Julian Geurts auf Stürmer Koen van der Biezen, der per Kopf zum 0:2 traf. All jenen kühnen Optimisten, die auf eine eventuelle Überraschung spekuliert hatten, war bereits jetzt der Zahn gezogen.

„Es war schwierig für uns“

„Nach den frühen Gegentoren war es schwierig für uns, sich noch einmal aufzubäumen“, sagte Max Heinrich, Innenverteidiger und Kapitän des TuS Viktoria, später nach dem Schlusspfiff. In der Tat: Rietberg rannte nach dem frühen Doppelschlag dem Geschehen bloß noch hinterher, während Paderborn keine Anstalten machte, auch nur einen Gang herunterzuschalten. Bis zur Halbzeit legten Ron Schallenberg (23.), Sebastian Wimmer (25.), van der Biezen (34./44.) sowie Thomas Bertels zum 0:7 nach - bereits nach 45 Minuten war das Ergebnis happig.

Reger und Dry vergeben die Chance

Und auch nach dem Seitenwechsel ließ der Drittligist, der hauptsächlich auf Akteure setzte, die zuletzt in der Liga nicht so oft zum Zuge gekommen waren, nicht locker. Angreifer Koen van der Biezen erzielte noch vier weitere Tore (49./55./73./80.), den Rest besorgten Wimmer (66.), Dardan Karimani (76.), Geurts (82.) sowie Marc-Andre Kruska (88.). Immerhin: Eine dicke Möglichkeit hatten auch die Hausherren. In der 68. Minute wurde zunächst ein Versuch von Wadim Reger, der über die linke Seite in den Strafraum gezogen war, noch abgeblockt, im Nachsetzen schoss Mike Dry aus kurzer Distanz über das Tor. „Offensiv hätten wir es etwas besser ausspielen können, dann wäre vielleicht mal einer durchgerutscht. Paderborn stand ja sehr hoch, zum Teil bis zur Mittellinie“, sagte Rietbergs Trainer Tim Brinkmann, der sich von seiner Mannschaft mehr Mut und Entschlossenheit gewünscht hätte.

„So darf man sich nicht präsentieren“

So aber stand am Ende mit dem 0:15 eine aus Rietberger Sicht doch etwas zu deftige Pokal-Niederlage. Demnach blickte man nach dem Abpfiff beim TuS Viktoria ausschließlich in enttäuschte Gesichter. „Von dem Ergebnis und der Art und Weise, wie wir gespielt haben, bin ich enttäuscht“, sagte Brinkmann. Sein Stürmer Marc Birkenhake wurde noch etwas deutlicher: „So darf man sich nicht präsentieren, das tut mir sehr leid für den Verein.“ Der Landesligist wird sich jedoch vermutlich schnell damit trösten können, vor einer Rekordkulisse von 1438 Zuschauern gegen einen Drittligisten angetreten zu sein.

Gleichermaßen Lob und Trost

Und außerdem war der SC Paderborn an diesem Dienstagnachmittag auch schlicht und einfach zu stark - und damit für Rietberg mindestens zwei Nummern zu groß. „Es war ein sehr gutes Spiel von uns heute, so kam auch dieses Ergebnis zustande“, sagte Paderborns Trainer Steffen Baumgart. Das war gleichermaßen Lob für sein Team und Trost für die deutlich unterlegenen Gastgeber.

TuS Viktoria: Lüningschrör - Suchy, J. Strathoff, Heinrich, Grübel (46. Molliqai) - Sandjohann (70. Lemberger), Schiermeyer (46. S. Strathoff), Schreiber, Reger - Birkenhake, Dry

SCP: Ratajczak - Itter (60. Saric), Schonlau (46. Kruska), Fesser, Bertels - Stingl (74. Karimani), Schallenberg, Wimmer, Geurts - Soyak, van der Biezen

Tore: 0:1 (4.) Soyak, 0:2 (6.) van der Biezen, 0:3 (23.) Schallenberg, 0:4 (25.) Wimmer, 0:5 (34.) van der Biezen, 0:6 (38.) Bertels, 0:7 (44.) van der Biezen, 0:8 (49.) van der Biezen, 0:9 (55.) van der Biezen, 0:10 (66.) Wimmer, 0:11 (73.) van der Biezen, 0:12 (76.) Karimani, 0:13 (80.) van der Biezen, 0:14 (82.) Geurts, 0:15 (88.) Kruska

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