Tepers Titelkampftraum nimmt Konturen an 
Bild: Wegener
Fit wie zu besten Zeiten und bereit für einen WM-Kampf gegen Joseph Parker in Neuseeland. Erkan Teper (r., hier bei der Arbeit mit Physiotherapeut Daniel Holtz) hat sich mit dem Sieg über den Griechen Evgenios Lazaridis in Stellung gebracht für eine mögliche Herausforderung des WBO-Champions.  
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Nach einem 96:95-Punktsieg im zweiten Anlauf gegen Evgenios Lazaridis in Leinfelden-Echterdingen hat der bei BSK Ahlen groß gewordene Schwergewichtler laut eigener Auskunft eine „90-Prozent-Chance“, nach der globalen Krone zu greifen. 

„Vermutlich werde ich im Januar nach Neuseeland reisen und gegen Joseph Parker boxen können“, erklärte Teper. Der 25-jährige Parker ist nicht nur gewichtstechnisch ein Schwergewicht. Immerhin hat der „Kiwi“ bislang alle seiner 24 Profi-Kämpfe gewonnen – 18 davon durch Knockout. „Ich traue mir aber dennoch eine 60:40-Siegchance zu“, betonte Teper selbstbewusst beim Gedanken an einen möglichen Kampf am anderen Ende der Welt.

Auf dem Weg dorthin musste der Ahlener allerdings am Dienstag gegen Lazaridis buchstäblich Blutzoll zahlen, um den 29 Jahre alten Griechen in einem diesmal regelkonformen Ring in die Schranken zu weisen. „Ich habe nach dem Kampf auf die Punktzettel blicken können und gesehen, dass ich bis zur sechsten Runde jede Runde für mich entschieden habe“, erklärte Teper. Dann aber verpasste ihm sein Gegner einen bösen Cut über dem Auge.

„Ich hatte Blut im Auge, konnte teilweise kaum noch sehen“, erinnert sich Teper an diese schwierige Phase. In der zehnten und letzten Runde nutzte sein Kontrahent die Schwächung Tepers und schlug den Ahlener quasi aus dem durch die Augenverletzung verursachten „toten Winkel“ nieder. „Ich bin auch ein bisschen gestolpert, aber es war auch schon ein Wirkungstreffer“, gestand Teper fair ein. Obwohl er angezählt wurde, langte es aber zum Erfolg.

Nun freut sich der heimische Boxer auf einige ruhige Tage, die er nach so einem Kampf wirklich brauche. Aber schon am Montag wird er die Trainingspause beenden und in Kürze zu einem vierwöchigen Sparring bei Ex-Weltmeister und Olympiasieger Alexander Povetkin nach Moskau reisen. „Das ist ein absoluter Weltklassemann, von dem viel lernen kann. Und ich bleibe fit. Das ist also optimal“, betonte Teper.

Großen Anteil an seinem Erfolg habe Trainer Oktay Urkal, ergänzt der heimische Faustkämpfer. „Früher habe ich 120 Kilo gewogen, jetzt 110, und ich fühle mich konditionell topfit“, lobt Teper die Arbeit des Trainers.

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