Thomas Berndsen wagt es bei RWA
Bild: Ludewig
Von Schwarz-Gelb zu Rot-Weiß: Thomas Berndsen, früher beim BVB, wagt sich auf den Trainerstuhl in Ahlen.  
Bild: Ludewig

 „Ich möchte, dass die Jungs lernen, was möglich ist und wieder mit Spaß zum Training kommen“, reibt sich Berndsen die Hände schon bevor er seinen Posten beim kommenden NRW- oder Westfalenligisten antritt. Mit von der Partie ist sein Co-Trainer Björn Lerbs, auch hauptamtlich Mitarbeiter beim FLVW. Beide A-Lizenz-Inhaber werden für das erste Jahr (plus Option) ihren Job nicht aufgeben.

 „Damals hatte auch schon Ernst Mareczek für LR Ahlen bei mir angerufen, aber zweimal am Tag zum Training, das geht nicht“, interpretiert der 38-jährige Berndsen seine Trainingsarbeit auch als „Freizeit“ nach Feierabend in Kaiserau. Wenn auch mit professionellem Charakter. „Ich war selbst ein eher technischer Spieler bei Borussia Dortmund. Ich mag den Stil des FC Barcelona“, predigt er forschen Stil auf hohem Niveau.

 In Ahlen allerdings mit sehr, sehr jungen neuen Akteueren, die für „sehr, sehr, sehr wenig Geld“ kommen müssen (O-Ton Berndsen). Aber dafür habe RW Ahlen auch einiges zu bieten. Das Umfeld noch aus Profizeiten, so Berndsen, sei für die jetzigen Amateure ein echtes Bonbon. „Da ist die Resonanz sehr erfreulich“, kann er aus Erfahrung nach den ersten Gesprächen sagen.

Die Zeit drängt, aus gar nichts einen Kader zu stampfen. Um diese Zeit haben die allermeisten Spieler bereits einen Verein, „da muss man mit allem rechnen“, so Berndsen, der als Fußball-Abteilungsleiter beim FLVW natürlich die besten Kontakte hat und nun die Telefondrähte glühen lässt. Der Kern der Mannschaft wird um den A-Jugend-Altjahrgang herum gebastelt, eine Reserve ist nicht mehr geplant. Mit welchem Geld auch?

 RW Ahlens Vorsitzender Dirk Neuhaus, der noch um den Etat für NRW- oder Westfalenliga kämpft, weiß, was er an Berndsen hat: „Er und Lerbs sind uns finanziell sehr entgegengekommen.“ Die ersten Termine, um zu testen, ob sich das gelohnt hat, stehen fest: Das Westfalenpokal-Finale gegen den Regionalligisten SC Wiedenbrück am 17. Juli und die erste DFB-Hauptrunde am 31. Juli. „Zuerst ein super Test, dann was zum Genießen“, will Berndsen, dass seine Grünschnäbel spätestens dann ihrer Freude „freien Lauf lassen.“ Das sei gut gegen die Angst vorm Fußball. Und die können sie grad’ nicht brauchen.

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