Wenn aus Freunden Furien werden
Tunnelblick: RW Ahlens Mauer erwartet den Aufprall (v. l.) Roman Zengi, Guiliano Nieddu, Phillip Grodowski und Rouven Meschede, der allerdings in Herne eine Lücke hinterlassen wird.

 Es ist halt immer ein sentimentales Duell der gepfefferten Art, wenn Herne auf Ahlen trifft. Auch, weil sich alle irgendwie liebhaben – so lange man nicht gegeneinander spielt. Hernes Trainer Christian Knappmann, natürlich ein ehemaliger Ahlener Stürmer, und Kollege Erhan Albayrak würdigen sich gegenseitig als „echte Typen“, und man kann sie sich eher gemeinsam an der Theke vorstellen, als zähnefletschend an der Seitenlinie.

„Herne lebt wieder, seitdem Knappi übernommen hat. Ich mag ihn“, lobt Krug. „Aber wenn die alle das grüne Gras sehen, drehen die durch“, weiß er auch, dass es am Sonntag nicht um gute Kameradschaft geht, sondern um knallharte Punkte.

Herne war in fünf Spielen nur einmal erfolgreich, Ahlen unterlag unglücklich gegen Schalke 0:1 – im Wanne-Eickeler Mondpalast werden also die Weichen neu verlegt. Am liebsten Richtung Spitze.

„Wir haben natürlich Ambitionen“, fordert Krug „mittelfristig“ die Regionalliga zurück. „Wenn wir nachher im Mittelfeld landen, ist das zwar auch nicht schlimm, aber wir hätten viel Geld für eine tote Saison ausgegeben.“

Damit das nicht passiert, wäre mindestens ein Punkt in Herne nötig. Dafür fehlen Ahlen zwar die drei Gelbsünder Perschmann (der auch noch mit Zehquetschung), Özkara und Meschede, aber „wir haben keine Blinden im Kader“, verlangt der Manager, dass sich dann eben Spieler wie Ivancicevic, Hoti oder Ota profilieren.

 „Die spielen nicht schwächer. Es wird eh ein pures Kampfspiel“, hat Krug Gottvertrauen, wenn am Nachmittag aus alten Freunden für 90 Minuten Furien werden. Das Sich-Wieder-Vertragen ist hernach umso schöner.

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