Bürger sollen Zukunft Münsters entwerfen
Wie sie sich ihre Stadt im Jahr 2050 vorstellen, will die Stadt Münster von ihren Bürgern wissen.

Das auf zwei Jahre angelegte Projekt „MünsterZukünfte“ ist jetzt gestartet. „Wir leben in Zeiten erheblicher Unsicherheiten“, sagt Oberbürgermeister Markus Lewe. „Deshalb müssen wir im Mikrokosmos Münster Weichen stellen.“

Die Aktion „Gutes Morgen Münster“, die sich mit 311 Projekten erfolgreich für eine gute Zukunft in der Stadt einsetze, sei ein guter Anfang, „aber jetzt geht’s richtig rund“. Die Stadt, in der 2030 voraussichtlich 326 000 Menschen lebten, benötige zum Beispiel eine andere Infrastruktur als heute. Mehr Einwohner, forcierte Baulanderschließung und umfangreicher Wohnungsbau, Platz für Gewerbebetriebe, Anpassung der Verkehrs-Infrastruktur – da seien Konflikte um Flächen und finanzielle Ressourcen programmiert. Es werde in der Verwaltung viel geplant, aber das alles führe noch nicht zu integriertem Handeln. Alle sind laut Lewe eingeladen, sich ganz konkret mit der Zukunft zu beschäftigen.

„Münster wird sich verändern, das ist klar“, sagt Stadtrat Matthias Peck. „Frage ist: Wie gestalten wir das mit?“

Den Auftakt zur großen Zukunftsschau macht eine Online-Erhebung. Alle Münsteraner und auch Menschen in der Region sind aufgerufen, sich bis 10. April für die Szenario-Analyse an einer Online-Umfrage zu beteiligen. Auch einen Wettbewerb um Zukunftsspaziergänge in Stadtteilen und Quartieren soll es geben und am Ende ein Stadtentwicklungskonzept sowie ein Sofortprogramm „wachsende Stadt“, die dann dem Rat zur Abstimmung vorgelegt werden.

Lewe nannte als Negativbeispiele Städte, die in die Knie gezwungen worden seien – zum Beispiel durch Monostrukturen. „Detroit mit seiner Autoindustrie ist einmal sehr erfolgreich gewesen – bis der Zusammenbruch kam. Jetzt ist Detroit eine Geisterstadt.“

Nicht Prognosen seien interessant, sondern Szenario-Analysen, fügt Prof. Klaus Backhaus vom Institut für Anlagen- und Systemtechnologien der Uni Münster hinzu. „Was kann alles passieren? Wie steht Münster 2030 da?“ Eines der Szenarien könnten Veränderungen im Hochschulwesen sein. Vielleicht sei Münster irgendwann als Standort nicht mehr gefragt – was bringt das mit sich? „Man muss vorbereitet sein“, sagt Backhaus.

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