Doktoranden entwickeln „sanfte“ Krebs-Medikamente
Bild: Uni Bielefeld
Doktoranden aus Chemie, Biologie und Biomedizin forschen ab Mitte 2015 an Medikamenten gegen den Krebs, die gesunde Zellen nicht schädigen. Die Uni Bielefeld kooordiniert das Projekt.
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Die Europäische Union finanziert das Projekt mit vier Millionen Euro.

Bis 2018 forschen in dem Netzwerk 15 Doktoranden aus Chemie, Biologie und Biomedizin. Sechs Universitäten, ein Forschungsinstitut und zwei Unternehmen in Deutschland, Italien, Finnland und Ungarn bilden die Doktoranden in einem gemeinsamen Netzwerk aus und werden dabei unterstützt von weiteren drei Firmen und zwei Forschungsinstituten.

Bisherige Krebstherapien gehen meist mit schwerwiegenden Nebenwirkungen einher. „Der Grund ist, dass Wirkstoffe eingesetzt werden, die die Krebszellen vergiften und so zerstören sollen. Diese Wirkstoffe schädigen auch gesunde Zellen“, sagt Professor Dr. Norbert Sewald. Er ist der Koordinator des neuen Programms, einem Marie Skłodowska-Curie European Training Network (Europäisches Ausbildungsnetzwerk für den wissenschaftlichen Nachwuchs). Für die Entwicklung der zielgenauen, schonenden Krebsmedikamente verknüpfen die Forscher von „Magicbullet“ den giftigen Wirkstoff mit einem Peptid (einem kleinen Eiweißmolekül). Dieser Träger erkennt Moleküle, die typisch sind für Tumorzellen, verbindet sich mit ihnen und gibt den Wirkstoff ab. „Die Anti-Tumor-Wirkstoffe haben so gewissermaßen einen Adressaufkleber, der mitteilt, an welche Zellen sie ausgeliefert werden sollen“, sagt Sewald. Solche neuen Medikamente könnten die frühe Vision des Nobelpreisträgers Paul Ehrlich (1854-1915) erfüllen, der den Begriff „Zauberkugeln“ für solch treffsichere Wirkstoffe prägte, so der Chemiker

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