Erste Kohlelieferung für Kraftwerk
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Soll im Herbst erstmals Strom ins Netz einspeisen: das umstrittene Kohlekraftwerk in Datteln.
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Dabei will der Energiekonzern Uniper auch das Entladesystem am Dortmund-Ems-Kanal testen. Über Förderbänder soll der Brennstoff in den Kohlebunker des Kraftwerks transportiert werden.

Erster Strom soll im Herbst produziert werden

Den ersten Strom wird Datteln 4 den Plänen zufolge im Herbst produzieren können. Umweltschützer und Nachbarstädte laufen seit Jahren Sturm gegen das Kohlekraftwerk. Die mehr als eine Milliarde Euro teure Anlage soll neben Strom für den allgemeinen Markt auch ein Viertel des deutschen Bahnstroms und außerdem Fernwärme produzieren.

Kraftwerksgegner verweisen auf den Schadstoffausstoß von - nach ihrer Rechnung - 8,5 Millionen Tonnen CO2 im Jahr, zu geringe Abstände zur Stadt und einem Naturschutzgebiet und die Verschattung durch den Dampf aus dem knapp 180 Meter hohen Kühlturm. Beim Oberverwaltungsgericht Münster laufen insgesamt sechs Verfahren gegen das Baurecht und die Betriebsgenehmigung für die Anlage. Allerdings hat keine dieser Klagen eine aufschiebende Wirkung - das Kraftwerk kann also in Betrieb genommen werden, bevor die Richter ihre Entscheidung verkünden.

Keine weiteren Kraftwerke geplant

In den vergangenen Wochen hatte Uniper den Kessel des 1100-Megawatt-Großkraftwerks mit Ölbrennern von außen erhitzt, um den späteren Betrieb vorzubereiten. Dadurch waren in der Umgebung Ölgeruch und Rauch wahrnehmbar. Neue Kohlekraftwerke plant die Branche in Deutschland angesichts der abgestürzten Börsenstrompreise und der verstärkten Klimaschutzdebatte nicht mehr.

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