Gericht: Uni-Meerschweine müssen umziehen
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Zuviel gequiekt: Die Meerschweinchen der Uni Münster müssen umziehen. Das hat ein Gericht angeordnet.
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Die Frau wohnt neben dem Institut und verklagte die Universität darauf, die Käfige abzureißen, zumindest aber nicht mehr zu nutzen. Letzteres soll nun geschehen, da das immerhin zehn Meter lange und knapp drei Meter hohe Gehege der Nagetiere nur einen Meter von der Grundstücksgrenze entfernt liegt und damit der erforderlich Mindestabstand von drei Metern nicht eingehalten wird.

Geklagt aber hatte die Nachbarin nicht nur, weil ihr die Tierchen zu nah auf die Pelle rückten. Sondern auch, weil sie angeblich Tag und Nacht laute Schreie von sich gäben, Gestank verbreiteten und Ungeziefer anzögen.

„Den zu kleinen Abstand streiten wir nicht ab. Aber die Tiere sind leise, sie werden sauber gehalten, es kommt sogar regelmäßig ein Kammerjäger vorbei“, sagte Mechthild Beckers, in der Uni-Verwaltung zuständig für Rechtsangelegenheiten. Überhaupt sei die Klägerin spät dran mit ihrem Anliegen: Sie wohne seit den 80er-Jahren mit eigener Adresse in ihrem Elternhaus an der Badestraße und habe sich nie beschwert über die Tierhaltung der Verhaltensforscher von nebenan. Trotzdem zog das Argument der Verjährung der nachbarlichen Ansprüche auf Einhaltung der korrekten Gebäudeabstände nicht: Die Käfige dürfen zwar stehenbleiben, aber ihre Bewohner müssen ein neues Zuhause bekommen.

Hier greife streng förmliches Ordnungsrecht, so der Verwaltungsrichter. Am nicht eingehaltenen Abstand hänge sich alles auf, weitere Argumente für ein Bleiberecht der Meerschweinchen spielten dann keine Rolle mehr. Ärgerlich für die Uni, die erst vor wenigen Jahren Geld in die Modernisierung und Vergrößerung der Gehege gesteckt hatte.

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