Gold-Ausstellung zeigt Meisterwerke
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Praktikantin Jenny Katherina Hoedemacker reinigt im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster die Vitrine des Marienschrein aus Tournai. Die Ausstellung zeigt rund 300 Werke der Goldschmiedekunst des 10. bis 16. Jahrhunderts
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Zu den Höhepunkten der Schau unter dem Titel "Goldene Pracht", die bis zum 26. Mai zu sehen ist, zählen ein großes goldenes Reliquienkreuz aus der Zeit um 1050 und ein Marienschrein von 1205. Die Ausstellung hat mehr als 100 Millionen Euro Versicherungswert. Das goldene Reliquienkreuz von Borghorst (Kreis Steinfurt) ist fast ein Jahrtausend alt und seine schiere Größe ist atemberaubend. Bunte Karniole, dunkle Gemmen und Reliefs mit Jesus und Engeln zieren das ellenlange Meisterwerk eines Unbekannten.

Wenig Goldschmiedekunst erhalten

Abertausende solcher Kostbarkeiten sind im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation entstanden. Und sie sind fast alle futsch. Geplündert, eingeschmolzen, zu neuem Schmuck geformt: "Es gibt Hochrechnungen, dass nur ein Promille der Goldschmiedekunst des Mittelalters erhalten geblieben ist", sagt der Kunsthistoriker und Kurator Holger Kempkens.

Geweihte Kelche entgingen den Schmelzöfen

Den Höhepunkt erlebte die Schmiedekunst in der Gotik, vor allem im 13. und 15. Jahrhundert. Den Schmelzöfen entgingen später vor allem sakrale Gegenstände. "Kelche etwa waren verhältnismäßig geschützt, weil ein Bischof sie geweiht hatte. Sie durften nicht ohne weiteres eingeschmolzen werden", sagt Kempkens. Seit dem 9. Jahrhundert waren Kelch und Hostien-Teller in der Regel aus Gold und Silber. Häufig wurde Gold mit Hilfe von Quecksilber auf Silber aufgedampft. Der Hang Kirchenoberer zu Preziosen sei übrigens biblisch begründbar, so der Kurator. "Es gibt im Buch Exodus eine Stelle, in der es heißt, dass Bundeslade und Menora aus reinem Gold gefertigt wurden."

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