Ein Auge auf seine eigene Tochter geworfen hatte König Oinomaos. Jeden, der dennoch um ihre Hand anhielt, hängte er beim Wagenrennen ab und ließ ihn nach der Niederlage töten. Nur Pelops konnte den zornigen Griechen besiegen und heiratete die schöne Hippodameia. Verewigt wurden die Protagonisten der Sage auf dem Giebel des Zeus-Tempels in Olympia.
Und während die Reste der originalen Figuren aus dem 6. Jahrhundert vor Christus nach wie vor im Geburtsort der Olympischen Spiele zu sehen sind, lagert in Münster im Archäologischen Museum der einzige vollständige Gipsabdruck der Göttergruppe und ihrer Rösser. Die Sammlung umfasst insgesamt 413 Abdrücke. Am Donnerstag sind sämtliche 15 nachgebildeten Figuren aus dem 60 Meter langen Ostgiebel des Tempels auf dem Weg nach Berlin. Als Leihgaben für die Ausstellung „Mythos Olympia“ im Martin-Gropius-Bau.
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„Dort lagern auch die Formen für die gesamte Gruppe, aber sie noch einmal gießen lassen, würde 450.000 Euro kosten“, sagt Dr. Helge Nieswandt vom Archäologischen Museum der Uni Münster. Und lange dauern: Allein auf eine Neuanfertigung des Zeus zog sich über ein Jahr. Der war nach einem Wasserschaden am ursprünglichen Lagerort, dem Keller des Fürstenberghauses am Domplatz, zusammengebrochen. Weswegen der größte Teil der Museumssammlung nun in einer Industriehalle untergebracht ist.
Der Abtransport von dort allerdings ist auch nicht ohne: In Vakuumkissen gebettet gehen Götter und Pferde auf Reisen. „Das mit winzigen Kugeln gefüllte Kissen wird dicht um die Figur herum gelegt. Nachdem die Luft abgelassen wurde, bildet es eine passgenaue Stütze. Ursprünglich wurde es für Knochenbrüche erfunden“, sagt Matthias Szarata vom Transportunternehmen Hasenkamp aus Köln. Er übernimmt die Verantwortung, dass die jeweils bis zu 350 Kilo schweren und mehrere Meter hohen Figuren keinen Schaden nehmen. Für ihn fast Gewohnheitssache – er brachte bereits die chinesische Terrakotta-Armee und die goldene Maske des Tutenchamun von einem Ort zum anderen.
Auch für das Archäologische Museum ist er nicht das erste Mal unterwegs. Denn die 413 wertvollen Abdrücke in der Lagerhalle können in Münster zwar nicht öffentlich ausgestellt werden, werden aber häufig ausgeliehen. „Im Moment sind 100 unserer Exponate in sechs verschiedenen Ausstellungen zu sehen“, sagt Nieswandt.
