IHK eröffnet Bildungszentrum in Münster
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Den Schlussstein im Bildungszentrum der IHK Nord Westfalen in Münster haben die Handwerker Alexander Zörner (l.) und Klaus Pardey (r.) gestern unter anderem mit IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer (2. v. l.), Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet verlegt.
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 „In Deutschland lebt nur ein Prozent der Weltbevölkerung, aber es ist die viertstärkste Industrienation. Grundlage dafür sind neben den Akademikern die Fachkräfte und ihre duale Ausbildung. Deswegen sollten wir viel Anstrengung in deren berufliche Weiterbildung stecken“, sagte Prof. Johanna Wanka. Die Bundesbildungsministerin (CDU) gehörte zu den rund 700 Gästen der Eröffnung des Schulungshauses der Industrie- und Handelskammer am Donnerstagabend.

26 Seminarräume am Sentmaringer Weg

Ab sofort können Fachkräfte und solche, die es werden wollen, die 26 Seminarräume am IHK-Standort Sentmaringer Weg nutzen – für IHK-Lehrgänge, zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung der Ausbildung, für berufsbegleitende und duale Studiengänge sowie für die Ausbildung der Ausbilder. Außerdem können hier Berufsrückkehrer, Studienabbrecher und Uni-Absolventen in Kursen ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessern.

Kammer investiert 18 Millionen Euro in Neubau

Etwa 18 Millionen Euro haben der klar strukturierte Neubau aus Stahl, Glas und Beton und seine moderne technische Ausstattung gekostet. Die Kammer selbst hat diese Investition geleistet. „Der Fachkräftemangel wird in Zukunft noch viel dramatischer als jetzt. Momentan fehlen in unserem Kammerbezirk 6000 Fachkräfte, 2021 werden es 51.000 sein. Das ist ein gefährlicher Trend für Unternehmen“, warnte IHK-Präsident Dr. Benedikt Hüffer. Das Bildungszentrum sei ein Ort, um Fachkräfte zu sichern und ihnen über die berufliche Weiterbildung den Aufstieg in ihren Betrieben zu ermöglichen.

Zahlen belegen, dass das funktioniert: 75 Prozent aller Berufstätigen, die bei der IHK eine Weiterbildung abschließen, übernehmen danach höhere Positionen oder mehr Verantwortung. Fast all diese Absolventen verbessern sich auch finanziell.

Nahezu Vollbeschäftigung herrsche unter Menschen mit solider beruflicher Bildung, aber auch unter Akademikern, sagte Wanka. Sie betonte, dass das System auf beiden Seiten durchlässig sein müsse: „Der Meister muss an die Uni dürfen, und der Studienabbrecher in die Lehre.“

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