Islam-Lehre: Kooperation zwischen Unis
Bild: dpa
Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU), Bülent Ucar (l), Direktor des Zentrums für Interkulturelle Islamstudien Osnabrück, und Mouhanad Khorchide, Leiter des Zentrums für Islamische Theologie Münster, haben am Dienstag das Zentrums in der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster eröffnet.
Bild: dpa

Während in Niedersachsen das Institut für Islamische Theologie (IIT) seine Arbeit aufnimmt, beginnt an der Westfälischen Wilhelms-Universität eine Kooperation des Zentrums für Islamische Theologie (ZIT) mit Osnabrück.

Unter einem Dach sollen die Unis in Forschung und Lehre kooperieren, sagte ein Sprecher. Der Wissenschaftsrat hatte 2010 die Empfehlung ausgesprochen, an deutschen Hochschulen islamische Theologie-Studiengänge einzurichten.

Das Institut für Islamische Theologie im niedersächsischen Osnabrück und das Zentrum für Islamische Theologie in Münster bilden zusammen eines von bundesweit vier Zentren für die Ausbildung von islamischen Religionslehrern. Die anderen Standorte sind Tübingen, Frankfurt/Gießen und Erlangen-Nürnberg.

Schavan: „Glaube muss auch gedacht werden“

„Glaube muss nicht nur geglaubt, sondern auch gedacht werden", betonte Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Annette Schavan. „Das Zentrum Münster/Osnabrück bietet hervorragende Voraussetzungen für einen verstärkten theologischen Diskurs an den Hochschulen.“

Das Interesse an den Studiengängen ist vor allem mit der Einführung des bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts in Nordrhein-Westfalen in diesem Sommer stark gestiegen. Allein in Münster gab es mehr als 400 Bewerbungen - derzeit sind 200 Studierende am ZIT Münster eingeschrieben. Im laufenden Wintersemester sind in den vier Studiengängen des Osnabrücker Islam-Instituts 129 Studierende eingeschrieben. Schätzungen zufolge werden in Deutschland für rund 700.00 muslimische Schüler rund 2000 Lehrkräfte benötigt.
An den beiden Standorten sollen künftig islamisch-theologische Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler, Lehrerinnen und Lehrer für Islamische Religionslehre sowie Religionsgelehrte unter anderem für Moscheen ausgebildet werden.

Verständnis für den Islam fördern

„Es ist notwendig, das Verständnis für einen europäischen Islam wissenschaftlich zu unterstützen“, unterstrich WWU-Rektorin Prof. Dr. Ursula Nelles. „Dafür bietet die Universität Münster eine herausragende Ausgangsbasis.“

„Der erfolgreiche Start der neuen Studiengänge der islamischen Religionslehre und der islamischen Theologie zeigt, wie groß das Interesse von jungen muslimischen Studierenden an dem neuen Fach ist“, betonte der Leiter des "Zentrums für Islamische Theologie Münster" (ZIT), Prof. Dr. Mouhanad Khorchide.

Vernetzung ausbauen

Dies unterstrich auch Prof. Dr. Bülent Ucar, der an der Universität Osnabrück das „Institut für Islamische Theologie“ (IIT) leitet: „Ziel ist es, gemeinsam eine wissenschaftliche Einrichtung zu schaffen, die mit Partnern aus nationalen und internationalen Hochschulen, muslimischen Verbänden und renommierten Theologien vernetzt ist und die die islamische Theologie im europäischen und globalen Kontext sowohl in Forschung als auch Lehre kompetent vertritt.“

SOCIAL BOOKMARKS