Kleidungs-Tauschpartys schonen den Geldbeutel
Bilder: 7Kleiderleben
Bis zu 300 Besucher kleiden sich auf den Tauschpartys in Bielefeld neu ein. Sie bringen zwei bis sieben Kleidungsstücke mit und nehmen ebenso viele wieder mit nach Hause. Auch Mottopartys gibt es.
Bilder: 7Kleiderleben

„Das ist gut für den Geldbeutel und schont die Umwelt“, sagt Britta Zachau. Die 27-Jährige hat gemeinsam mit Isabell Mezger in Bielefeld die ehrenamtliche Initiative 7Kleiderleben gegründet. Die jungen Frauen organisieren Tauschpartys, bei denen bis zu 300 Teilnehmer ihre Garderobe erneuern.

Das Prinzip ist einfach: „Jeder Besucher bringt zwei bis sieben Kleidungsstücke mit und kann die gleiche Zahl wieder mit nach Hause nehmen – egal ob Hose, T-Shirt oder Jacke. Alles hat denselben Wert“, erklärt Zachau. Sie hat das Konzept während eines Auslandssemesters 2013 in Wien entdeckt und nach Bielefeld gebracht. Dort mietet die Initiative 7Kleiderleben Clubs wie das Stereo und das Cutie und lockt mit den Partys hunderte Gäste an.

„Second-Hand-Ware kann hip und toll sein“

„Second-Hand-Ware ist nicht mehr muffig und alt, sondern kann hip und toll sein“, sagt Zachau. Die Vorteile der Gebrauchtware liegen für sie auf der Hand: „Es wurden keine Umweltressourcen verbraucht, keine Chemikalien eingesetzt und – wie in einigen Fällen – keine Arbeitskräfte ausgebeutet. Wir predigen keinen Verzicht, aber Second-Hand ist eine gute Alternative zum Neukauf“, betont die Bielefelderin. Viel Kleidung werde nicht mehr genutzt, obwohl sie noch in einem hochwertigen Zustand sei.

Bei den Tauschpartys seien 90 Prozent der Besucher weiblich, jede Altersgruppe von 16 bis 70 Jahren ist vertreten. „Frauen wollen mehr Abwechslung im Kleiderschrank haben. Männer tragen ihre Kleidung tendenziell länger“, sagt Zachau. Die Tauschbörse kommt gut an. „So schwärmen ältere Frauen zum Beispiel davon, dass sie es toll finden, dass ihre alten Lederjacken wieder genutzt werden“, berichtet Zachau.

Blick auf Materielles verändert sich durch Tauschpartys

Selbst kauft sich die Medienwissenschaftlerin schon lange keine neue Kleidung mehr – abgesehen von Socken, Unterwäsche und Strumpfhosen. Auch Zachaus Verhältnis zu Besitz hat sich fundamental verändert: „Ich hänge nicht mehr an Dingen. Es fällt mir nicht mehr schwer, mich von Materiellem zu trennen.“

Warum es bei der Kleider-Tauschparty auch um Kommunikation geht, lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der „Glocke“ von Dienstag, 7. November 2017.

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