Middelhoff sagt als Zeuge vor Gericht aus
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Thomas Middelhoff, früherer Bertelsmann-Chef, sagt an diesem Mittwoch in Hamm als Zeuge vor Gericht aus. Dabei geht es um Boni- und Abfindungszahlungen sowie Charterflüge beim Handelskonzern Arcandor.
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Das Landgericht Essen hatte 2013 vier ehemalige Vorstands- und zwei ehemalige Aufsichtsratsmitglieder zu Zahlungen an den Arcandor-Insolvenzverwalter verurteilt. Beide Seiten, darunter Thomas Middelhoff als ehemaliger Arcandor-Chef, hatten gegen das Urteil Berufung eingelegt.

Nach dem Auftakt im Jahr 2014 am OLG und einem weiteren Verhandlungstag am vergangenen Mittwoch wird jetzt Middelhoff als Zeuge vernommen. Im Mittelpunkt soll die Bewertung der Charterflüge des ehemaligen Top-Managers von seinem Wohnort Bielefeld an den Firmensitz nach Essen stehen. In der ersten Instanz wurde der ehemalige Bertelsmann-Chef zur Rückzahlung von rund 3,4 Millionen Euro verurteilt.

Insolvenz und Personalwechsel für lange Pause verantwortlich

Das Verfahren in Hamm pausierte drei Jahre lang, weil der heute 64-Jährige in der Zwischenzeit selbst Insolvenz anmelden musste. Vor dem OLG tritt der ehemalige Top-Manager deshalb nicht mehr als Beklagter, sondern als Zeuge auf. Den Zivilstreit führen jetzt außer weiteren Beklagten die Insolvenzverwalter von Arcandor und Middelhoff.

Für die fast dreijährige Unterbrechung war auch ein Personalwechsel am Oberlandesgericht in Hamm verantwortlich. Der neue Vorsitzende Richter musste sich erst in die mehr als 12.000 Seiten starke Prozessakte einarbeiten.

Unter anderem wegen der Abrechnung privater Flugkosten zulasten des Arcandor-Konzerns war Middelhoff im November 2014 in einem Untreue-Prozess zu drei Jahren Haft verurteilt worden, die der frühere Manager zurzeit im offenen Vollzug absitzt.

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