Mit Quad auf Suche nach Burgmauern
Bild: LWL
Acht Sensoren für Magnetometrie zieht das Quad hinter sich her und gewinnt damit Informationen, ob etwa historische Mauern oder Gräben im Boden verborgen sind.
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Denn bereits in der Vergangenheit seien in unmittelbarer Nähe Siedlungszeugnisse wie Öfen, Gruben, Pfostenspuren und Keramik gefunden worden, sagt Dr. Martin Kroker, Leiter der Paderborner Stadtarchäologie und des Paderborner Museums in der Kaiserpfalz. Antworten darauf, ob sich Relikte im Boden befinden, kann das Quad mit seiner komplizierten Technik geben. „Ich war erstaunt, wie gut die Aufnahmen sind“, sagt Kroker, der dem Einsatz des Quads zunächst skeptisch gegenüber stand.

Sensoren im Anhänger

Die Forscher vom Wiener Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie untersuchen den Boden in Kooperation mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Die Technik, die hinter dem Quad steckt: Im Anhänger sind acht Sensoren für Magnetometrie verarbeitet, die auf vier Rädern über das Gelände gezogen werden und dabei Signale senden. So messen sie Veränderungen im Erdmagnetfeld, die durch archäologische Strukturen wie Mauern, Gruben oder Gräben entstehen. Die Signale erfasst ein am Lenker installierter Computer, der sie in digitale Bilder umwandeln kann.

„Mit den Ergebnissen werden wir der Stadt Paderborn schnellere und größere Planungssicherheit bei der Erschließung des Bauvorhabens ermöglichen können“, sagt Kroker. Mit den bislang gängigen Methoden hätte es deutlich länger gedauert, die Flächen mit geophysikalischen Methoden zu analysieren – mit dem Quad ist die Durchleuchtung des Bodens innerhalb eines Tages beendet. Ob archäologische Relikte in Paderborn gefunden wurden, wird sich nach der Auswertung der Ergebnisse zeigen.

Quads unterwegs in der Region

Die Quads mit ihrer speziellen Technik zum Durchleuchten des Bodens und Aufspüren archäologischer Strukturen sind derzeit an mehreren Stellen der Region für die LWL-Archäologie für Westfalen im Einsatz – unter anderem in Warburg, Werne und Olpe. Dabei werden Stellen geprüft, an denen Bodendenkmäler vermutet werden.

„Der große Vorteil ist, dass wir zerstörungsfrei arbeiten können und wichtige Erkenntnisse gewinnen, ohne die Bodendenkmäler in der schützenden Erde zu stören“, erläutert Jakob Kainz vom Wiener Ludwig Boltzmann Institut für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie. Das Institut hat die Quadtechnik entwickelt.

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