Museen sollen Touristen nach Westfalen locken
Bild: MünsterView
Ein Pfund, mit dem die Region wuchern will: die abwechselungsreiche Museumslandschaft in Westfalen-Lippe soll verstärkt genutzt werden, um kulturinteressierte Gäste in die Region zu locken. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe ist deshalb auf der Internationalen Tourismusmesse in Berlin vertreten. Das Bild zeigt das modernisierte LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster.
Bild: MünsterView

 Frage: Zum ersten Mal sind die Museen des LWL auf der ITB so stark an einem gemeinsamen Stand vertreten. Warum?

 

Dr. Barbara Rüschoff-Thale, LWL-Kulturdezernentin
Dr. Barbara Rüschoff-Thale: Weil wir viel zu bieten haben. Mit unseren Dauer- und Sonderausstellungen ziehen wir jährlich mehr als 1,4 Besucher an. Die traditionellen Grenzen zwischen Freizeitmarkt und Wissensvermittlung verschwimmen heute. Der Besucher möchte etwas erleben. Wenn das dann lehrreich vermittelt wird - umso besser.

Frage: Welche Rolle spielen touristische Anbieter? 

Rüschoff-Thale: Wir wollen mit der Präsenz unsere Häuser stärker in das Bewusstsein der touristischen Anbieter bringen. Deren Rückmeldungen und die Erfahrungen auf der ITB sollen dazu beitragen, die Marketingstrategien für unsere 17 Museen im touristischen Segment zu verbessern.

Frage: Wieso ist eine Touristik-Messe wichtig für Museen?

Rüschoff-Thale: Das Freizeitverhalten der Menschen ändert sich. Bei der Reiseplanung spielt das Internet eine immer bedeutsamere Rolle. Man muss also wissen, wie Touristen und Touristiker denken.

Frage: Was heißt das?

Rüschoff-Thale: Um den Besucher zu faszinieren, bedarf es nicht mehr nur attraktiver Ausstellungen. Die Menschen müssen erfahren, dass es diese Ausstellungen überhaupt gibt. Der Tourismus ist eine wichtige Ergänzung, um neue Besucherpotenziale zu erschließen.

Frage: Die meisten Besucher eines Museums stammen aus dem Umfeld. Wollen Sie jetzt Besucher aus Berlin oder München nach Westfalen locken?

Rüschoff-Thale: Ja, wenn ich an die Skulptur-Projekte denke, die 2017 vor der Tür stehen, freue ich mich schon auf Menschen, die aus der ganzen Welt nach Münster kommen. Es geht um einen Mitnahmeeffekt:

Frage: Das bedeutet? R

üschoff-Thale: Wenn man eine Städtereise plant, ist es gut zu wissen, was man in dieser Stadt machen kann. Da setzen wir an. Ich bin überzeugt. Wer uns kennt, ist begeistert und beeindruckt. Dafür muss man den Bekanntheitsgrad der Museen steigern. Und daran werden wir auf der ITB intensiv arbeiten (ausführlicher Bericht in der Donnerstagausgabe der „Glocke“).

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