Mutmaßlichem Doppelmörder droht lebenslange Haft
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Nach der Tötung einer jungen Mutter und deren Sohn in Detmold hat die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Mordes gegen den Nachbarn der Getöteten erlassen. Ihm droht eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung.
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Laut Anklageschrift soll der Angeschuldigte im Keller des gemeinsam bewohnten Mehrfamilienhauses versucht haben, die junge Mutter zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Als dies nicht gelang, soll er sie mit mehreren Messerstichen tödlich verletzt und anschließend in seine Wohnung getragen haben. „Als dort dann der 6-jährige Junge erschien, tötete er auch ihn mit Messerstichen, um die vorangegangene Tat zu vertuschen“, heißt es in der Anklage weiter.

Wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilt, hat der mutmaßliche Mörder mittlerweile gestanden, die beiden Opfer vorsätzlich getötet zu haben. In vorherigen Vernehmungen habe er noch andere, zunächst wenig nachvollziehbare Varianten geschildert. Ein genaues Motiv habe er aber nicht genannt. Das des sexuellen Interesses ist laut der Staatsanwaltschaft aber das naheliegendste.

Lebenslange Freiheitsstrafe und Unterbringung in der Sicherungsverwahrung möglich

Beide Tötungsdelikte wertet die Staatsanwaltschaft als Mord. Im ersten Fall, weil er zum einen zur Befriedigung des Geschlechtstriebs gehandelt haben soll und zum anderen, um eine andere Straftat zu ermöglichen. Der Junge soll getötet worden sein, um eine vorangegangene Tat zu verdecken. „Zusätzlich wirft die Staatsanwaltschaft dem Angeschuldigten vor, den 6-Jährigen heimtückisch getötet zu haben, so dass auch in diesem Fall zwei Mordmerkmale vorliegen würden“, heißt es in der Anklage weiter.

Nach den beiden mutmaßlichen Morden habe der Angeklagte Spuren im Treppenhaus verwischt. Anschließend soll er mit dem Zug nach Hamburg gereist sein, wo er wenige Tage später von Beamten erkannt und gefasst werden konnte. Laut der Mitteilung sitzt der 53-jährige Detmolder seitdem in Untersuchungshaft. Im Falle einer Verurteilung drohe dem vorbestraften Mann eine lebenslange Freiheitsstrafe und die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung.

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