Nach Urteil: NRW hält an Islamunterricht fest
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Das Land Nordrhein-Westfalen will am islamischen Religionsunterricht festhalten und dabei ungeachtet der juristischen Niederlage von Islamrat und ZMD weiter mit den beiden Verbänden kooperieren.
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Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) stellte am Donnerstag nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts in Münster klar, dass die Landesregierung das bekenntnisorientierte Unterrichtsfach auch künftig anbieten wolle. Die bisher "konstruktive Zusammenarbeit" mit dem Islamrat und dem Zentralrat der Muslime (ZMD) in einem Beirat solle bestehen bleiben.

OVG lehnt Klage von Religionsgemeinschaften ab

Das OVG hatte die Klage der beiden Dachorganisationen gegen das Land NRW am Donnerstag abgewiesen. Sie seien keine Religionsgemeinschaften "und haben keinen Anspruch gegen das Land Nordrhein-Westfalen auf allgemeine Einführung islamischen Religionsunterrichts an öffentlichen Schulen".

Gebauer zufolge wird der bereits 2012 in NRW gestartete islamische Religionsunterricht inzwischen an gut 230 Schulen angeboten. Dass dies nach "religionspädagogisch modernen Maßstäben" erfolge, sei dem Beirat zu verdanken, in dem auch ZMD und Islamrat mitwirkten.

400.000 muslimische Schüler

Das Beiratsmodell ist aber nur übergangsweise bis Mitte 2019 vorgesehen. Es müsse nun weiterentwickelt werden, kündigte die Ministerin an. "Künftig wird es auch darum gehen, den Islam noch mehr in seiner Vielfalt abzubilden."

Angesichts von insgesamt fast 400.000 muslimischen Schülern in NRW halte sie das Angebot für unverzichtbar. Klar sei: Es bleibe bei staatlicher Aufsicht, und der Unterricht werde ausschließlich von hierzulande ausgebildeten Lehrern in deutscher Sprache durchgeführt.

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