SPD gegen Barzuschuss für Katholikentag
Katholikentag in Mannheim 2012: Zehntausende Menschen nehmen an den Großveranstaltungen teil.

In einer für den 25. März angesetzten Ratssitzung der Stadt dürfte es mit der Entscheidung der SPD-Fraktion keine Mehrheit für einen Barzuschuss in Höhe von 1,2 Millionen Euro geben. Auch die Grünen, die FDP und die Linke lehnen dies ab. Nur die CDU, die 23 der 73 Ratsmitglieder stellt, will für die Summe, die von Oberbürgermeister Markus Lewe in einer Sitzungsvorlage genannt werden, votieren.

Sachleistungen statt Barzuschuss

Wie Medien übereinstimmend berichten, will die SPD-Fraktion den Katholikentag, der vom 9. bis 13. Mai 2018 in der Stadt stattfindet mit Sachleistungen unterstützen. So könnten städtische Immobilien wie die Halle Münsterland oder Schulen kostenlos genutzt werden.

Zu der Großveranstaltung erwartet das Bistum Münster mehr als 30.000 Dauergäste sowie bis zu 20.000 Tagesgäste. Außer von den Besuchern wird Münster als Stadt auch von der hohen Medienaufmerksamkeit beim Katholikentag profitieren.

Gesamtbudget liegt bei 9,3 Millionen Euro

Das Zentralkomitee des Deutschen Katholikentages als Ausrichter hatte sich von der Stadt eine Unterstützung in Höhe von 1,5 Millionen Euro erwünscht. Das Gesamtbudget für die fünftägige Großveranstaltung beläuft sich nach Angaben des Bistums Münster auf 9,3 Millionen Euro. Neben einen städtischen Zuschuss erhoffen sich die Veranstalter eine Förderung in Höhe von 1,6 Millionen Euro vom Land. Drei Millionen Euro sollen laut vorläufigem Finanzierungsplan durch Teilnehmerbeiträge, Kollekten und Fundraising erwirtschaftet werden. 1,5 Millionen Euro will das Bistum Münster selbst dazu steuern.

Finanzierung aus verschiedenen Quellen

Stephan Kronenburg, Pressesprecher des Bistums Münster, betonte am Dienstag auf Anfrage der „Glocke“, dass es sich bei dem Katholikentag um eine Veranstaltung des ZdK handele. Die Finanzierung aus verschiedenen Quellen habe lange Tradition. „Die Veranstaltung bekäme einen ganz anderen Charakter, wenn die Amtskirche alles bezahlen würde“, sagte der Sprecher.

Katholikentage werden alle zwei Jahre veranstaltet. 2014 fand das mehrtägige Treffen mit mehreren zehntausend Besuchern in Regensburg statt. Der 100. Katholikentag ist vom 25. bis 29. Mai 2016 in Leipzig geplant. Katholikentage werden nicht von der Amtskirche organisiert, sondern vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK).

Der Etat des Kirchentags in Regensburg lag nach Angaben der Veranstalter bei 8,6 Millionen Euro. „Die Kosten eines Katholikentags werden ungefähr gedrittelt,“ erklärte Geschäftsführer Martin Stauch. „Ein Drittel übernimmt die öffentliche Hand, ein Drittel die katholische Kirche und ein Drittel setzt sich aus Eigenmitteln zusammen.“ In Regensburg gab es 1000 Veranstaltungen. Als Gäste kamen Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel.

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