Sprachprobleme sind Klinikalltag
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Ohne die Hilfe ausländischer Mediziner ist der Alltag in deutschen Kliniken angesichts des Ärztemangels kaum noch zu meistern. Größtes Problem im Alltag sind Sprachprobleme.
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 „Patienten berichten von Sprachproblemen ausländischer Ärzte“, bestätigt Dr. Anton Gillessen, Chefarzt im Herz-Jesu- Krankenhaus in Münster. Elisabeth Borg, Leiterin des Ressorts Fortbildung der Ärztekammer Westfalen-Lippe, unterstreicht diesen Eindruck in einem Bericht. Vom Gesetzgeber sei zwar festgelegt, dass Mediziner aus dem Ausland das Sprachniveau „B2“ besitzen müssen, wenn sie in Deutschland arbeiten wollen, „im klinischen Alltag treten aber immer wieder Probleme in der Verständigung zwischen Arzt und Patienten auf“.

 Um den Standard in deutschen Krankenhäusern und Arztpraxen zu entsprechen, sei eine klare Verständigung mit Patienten, Kollegen und Vorgesetzten aber unbedingte Voraussetzung. „Ausländische Bewerber müssen einen Deutsch-Test absolvieren. Die Ärztekammer überprüft die sprachliche wie auch die medizinische Qualifikation jedes einzelnen Arztes“, versichert Internist Gillessen. „Im Prüfungs- und Fachgespräch fällt auf, ob jemand nur Touristen-Deutsch spricht.“

Deutschkurse für zugewanderte Mediziner

Um die Kenntnisse zu verbessern, böten verschiedene Einrichtungen Kurse für Zuwanderer an, so auch die Ärztekammer Westfalen-Lippe. Rund 3000 Ärzte mit Migrationshintergrund arbeiten laut Gillessen in Nordrhein-Westfalen. Könne ein Arzt nicht ausreichend kommunizieren, müsse er sich weiterbilden und werde erst einmal als Assistenzarzt geführt. Zur Facharztqualifikation gehöre schließlich nicht nur das medizinische Wissen, sondern auch das richtige Vokabular. „Der Oberarzt schreibt in solchen Fällen den Arztbericht dann erst einmal selbst.“ „An den Kliniken von Münster ist das alles zurzeit kein Problem“, versichert der Internist. „Wir können uns die Ärzte noch aussuchen.“ Ähnliches gelte für die Stadt Warendorf, die davon lebt, sich im Umkreis von Münster zu befinden.

 In Nordrhein-Westfalen sind laut Ärztekammer Westfalen-Lippe 1500 klinische und 500 ambulante Arztstellen nicht besetzt. Laut Gillessen herrscht ein Mangel an Medizinern in Westfalen-Lippe vor allem auf dem Land, wo Hausärzte fehlen, und in Kliniken, die nicht in Ballungszentren liegen.

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